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Jeschurun · 1925-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1925) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 205 (sequence 35)
Language
German
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Eine alte liturgische Schwierigkeit 205 für alle Geschöpfe, dass Gott Israels Sünde vergeben hat. Hierauf wird ein Gleichnis von einem Könige gebracht, der seine Gattin verlassen hatte, später aber zu ihr zurückgekehrt ist. Die Nachbarinnen wollten es nicht glauben, bis sie ein Zeichen dieser Aussöhnung sahen. Gott liebt Israel, brachte sie zum Berge Sinai, gab ihnen die Lehre, nannte sie Könige, (d. h. Reich von Priestern), nach 40 Tagen verfertigten sie das Kalb, das sie ihren Gott nannten (Ex. 32,4). Da sagten die Völker der Welt: Gott wird ihnen niemals verzeihen! Als Moses betete und Gott ihm sagte: Ich verzeihe nach deinen Worten (Num. 14, 20), und verhiess, dass Er seine Herrlichkeit über ihnen und in ihrer Mitte werde ruhen lassen, da wussten alle, dass Gott ihnen vergeben hat26). 3) R. Levi beantwortet die Frage : warum steht שדי am Anfänge der Liste aller Tiere, die für ein Opfer geeignet sind? Ein Gleichnis. Eine Matrone stand im Verdachte, sich mit einem der Grossen im Reiche vergangen zu haben. Der König prüft die Sache und fand die ganze Anklage gegenstandslos. Da veranstaltete er ein Mahl und gab den Ehrenplatz dem Angeklagten, damit alle von der Unschuld der Matrone überzeugt werden. Die Völker der Welt beschuldigen Israel, und sagten: Ihr habet das Kalb gemacht! Gott hat die Sache untersucht und fand die Klage grundlos27). R. Levi gehört zu den Agadisten, die dem Berichte von der Sünde des Kalbes in ihren Homilien ihre besondere Aufmerksamkeit widmeten. Die vollkommene Leugnung der Tatsache muss gewiss einen triftigen Grund gehabt haben. Dieser Grund ist leicht zu finden, wenn wir uns die Stellungnahme der Kirche zu dieser Frage vergegenwärtigen. Wir können aus Raummangel nicht das ganze Material vorlegen. Es wird genügen auf Diestel28) zu verweisen. Gleichwohl 26) Tanh. II ed. Buber, 127 und 12**. Exoa. r. 51,4. R. Simon h. Ishmael. Nach Tanh. ed. Prag f. 136 B gehört der Satz R. Samu1 ־׳ b. Nahman. der sich oft rrdt dieser Frage beschäftigt, s. weiter unten. 27) Lev. r. 27, 8. 2O Das Alte Testament in der Kirche p. 55. 3

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