Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 204 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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.1 204 Eine alte liturgische Schwierigkeit Welt. ״Meinem Freund zu öffnen״, d. h. Israel. ״Während meine Hände von Balsam troffen״, d. h. während ich sagte: diese sind deine Götter Israel. ״Und meine Finger von messendem Balsam״, d. h. Gott vergab meine Sünde. ״Auf dem Griffe des Riegels״ in dem er den Eingang in das Land Israel verschlossen hatte. Die ganze Stelle will sagen: Israel allein hat das Gesetz am Sinai erhalten. Die Völker der Welt haben keinen Anteil daran. Infolge der AnbetuDg des Kalbes waren sie gezwungen an der Pforte der Reue bussfertig zu erscheinen. Gott vergab ihre Sünde, jedoch zur Strafe durften sie das heilige Land nicht sobald betreten24). In zahlreichen Stellen der anonymen Agada wird der Ausspruch der Völker der Welt zitiert: Israel hat den Bund zerstört! Wir verzeichnen hier nur folgende Proben: 1) Die Völker der Welt spotten über uns wegen des goldenen Kalbes, das unsere Ahnen verfertigt haben. Ihr Vorwurf erinnert an das folgende Gleichnis. Einst hatte ein König eine sehr schöne Frau. Die Sklavinnen sagten unter einander: Der König wird sie wegtreiben und uns an ihre Stelle setzen. Die Leute fragten: Warum wird der König seine Gattin scheiden? Die Sklavinnen antworteten : Weil der König gestern, als er heimkehrte, ein Zeichen von einer Kohle an ihr bemerkte, was ihm missfiel25). Da sagten die Leute zu den Mägden: Ihr seid närrisch! Der König gedenkt seine achtbare, schöne Frau zu verlassen, weil er ein Zeichen von Schmutz an ihr gesehen hat, wie sollte er Euch heiraten, die ihr voller Schmutz seid? Israel ist die achtbare, schöne Frau, die einmal gesündigt hat. Mit welchem Rechte können die Völker der Welt, die voller Götzendienst sind, den Titel des wahren Israels beanspruchen. 2) R. Ishmael, oder nach einer anderen Leseart R. Ishmael ben R. Simon sagt: Das Zelt des Zeugnisses ist ein Zeichen 24) vgl. Exod. r. 30, 7 nach R. Jehuda ben Ilai, לפי ששור גנבנו ועשינו עגל לפיבך ה׳ בקר שלמנו חהתיו שמתו תחתיו אבותינו במדבר רד, צאן תהת השה ד, מלכיות שמלכו בנו. 25) cf. 51 דעת זקניםa, Jellinek, Beth 11a Midrasch V. 160, und m. Religionsgesch. Studien 1, 17.