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Jeschurun · 1925-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1925) · p. Seite 202

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 202 (sequence 32)
Language
German
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202 Eine alte liturgische Schwierigkeit Hinweis auf Moses und die Schriftstelle hier bedeuten soll. Nach dem eben Angeführtem unterliegt es keinem Zweifel, dass auch unsere Amidah ein biblisches Zitat enthielt Es ist aber keineswegs notwendig, die Amidah Amrams mit der unserigen zu verknüpfen. Dieselben sind von einander völlig zu unterscheiden. In Babylonien gab es keine christliche Bewegung, ähnlich der palästinensischen. Hier wurde energisch gegen Juden und Judentum, Gesetz und Sabbath gepredigt und gekämpft ״Wohl haben die Väter״, wurde den Juden in die Ohren gehämmert, ״einen Bund geschlossen. Die Nachkommen dieser Väter, im geistigen Sinne natürlich sind wir. Christen. Wir sind das wahre Israel. Die Juden haben infolge der Sünde des Kalbes den Bund zerbrochen und zerstört.“ Immer wieder wird es in der patristischen Literatur wiederholt, dass die Juden durch die Anfertigung des goldenen Kalbes den Gottesbund verloren, den Namen Israel zu tragen verwirkt haben16). Darauf wird mit Ex. 33.12 geantwortet: Gott hat verheissen, dass Er selbst mit ihm (Moses) gehen und ihm Ruhe gewähren wird, d. h. Gott verzeiht die Missetat des Volkes. Dieser Satz steht in Verbindung mit dem Worte!כי עמך הגד הזר. Damit ist der Zusammenhang zwischen dem Zitat und dem ersten Satz hergestellt. In t,הניחו haben wir einen Hinweis auf die vollkommene Sabbathruhe. Dieser Gedankengang erklärt auch den agadischen Ausspruch des R. Jochanan17): כל המשמר שבת בהלכתו אפי׳ עובד ע״ז בדור אנוש מוחלין לד. Wenn einer den Sabbath nach Vorschrift beobachtet, selbst wenn er ein Götzendiener ist, wie das Zeitalter des Enosch, werden ihm seine Sünden vergeben. Diese Auffassung und Tendenz des Gebetes findet ihre Richtigkeit, wenn wir die Behandlung der Geschichte des Kalbes in der Agada einer näheren Prüfung unterziehen. Die Lehrer des dritten Jahrhunderts sind es, die immer und w ieder auf das Thema zu sprechen kommen und die schon von den Tannaiten 16) 9. die Belege; Marmorstein, Religionsgeschichtliche Studien I, 18—26. 17) b. Sabbath 118, 18. cf. M. Psalmen 92. 2. ובל מי ששומר השבה הקב'׳ה מוהל לו בל עונותיו und Pirke 12 a. c. IS.

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