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Jeschurun · 1925-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1925) · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1925)
Date
1925-05-01
Page
Seite 201 (sequence 31)
Language
German
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Eine alte liturgische Schwierigkeit 201 Grösse und eine Krone des Heils genannt. Der zweite Satz betont emphatisch, dass die Patriarchen, Abraham, Isaac und Jacob den Sabbat streng beobachtet haben. Wir haben anderweitig gezeigt, dass diese agadische Lehre zum Teile der antijüdischen Polemik der Kirche ihre Popularität verdankt14). Die Kirche und ihre Väter zielten darauf hin, die Abrogation des Sabbats zu bewirken. Die klugen und berechnenden Köpfe unter den Kirchenlehrern rechneten mit der Tatsache, dass mit dem Aufhören der Sabbatrahe auch das Judentum verschwinden oder eine Form annehmen werde, die dem Christentum zum Verwechseln ähnlich sein dürfte. Die Agitation ging darauf aus, das Volk zu betören, zu zeigen, dass man auch ohne Sabbatheiligung fromm, ein Liebling Gottes sein, des ewigen Lebens teilhaftig werden könne. Zum Beweis könne man die Frommen der Vorzeit anführen, die auch ohne Sabbat gewiss selig geworden seien15). Der Angriff wurde oft und nachdrücklich wiederholt und muss verheerend auf die Gemüter eingewirkt haben. Die Antwort der Lehrer und Prediger war: Die Patriarchen haben den Sabbat auch in den Details beobachtet und auch sonst das Gesetz gehalten. Damit wurde der Gottesbund besiegelt. Liturgische Forscher haben oft die Gelegenheit zu beobachten, dass die Gebete die besten Mittel gewesen sind, ketzerische oder polemische Ansichten und Lehren von der Gemeinde fern zu halten. Das geschah auch in unserem Falle. Der Zwang der Notwendigkeit führte dazu, diese Lehre in die Amidah einzuschalten und darin zum Ausdruck zu bringen. Das bürgt auch für das hohe Alter des Gebetes, nämlich das dritte Jahrhundert. Von noch grösserer Wichtigkeit ist das Zeugnis des nächsten Satzes, wenn unsere Erklärung desselben ihre Richtigkeit finden kann. Im ersten Augenblicke erscheint es rätselhaft, was der 14) vgl Mann or stein. Quelques problemes de l'ancienne apolo* getique Juive in REJ 6S (1914). 161—174 und Marmorstein, Juden und Judentum in der Altereatio Simeonis Judaei et Theophili Christian! in Theologische TydacliTift 49 (1915), 379 ff. 15) Aehnliche Argumente werden auch gegen die Beschneidung ins Treffen geführt, besonders mit dem Hinweis auf Adam. Noah. Shem etc.

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