Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 197 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Mesa-Inschrift usw. 197 Striche zeigten, sondern fast ebenso auf der Grabschrift Escbmunazars begegnet die Form mit zwei Querstrichen. — Endlich das Lamed des Mesasteins entbehrt uicht nur, wie schon oben bemerkt musste, ganz des in seinen andern bekannten Formen immermehr sich entwickelnden senkrechten Striches, sondern besitzt auch im Unterschied von diesen Formen einen runden horizontalen Teil, obgleich ein solcher auf dem harten Basaltstein schwerer, als der sonst begegnende eckige Querstrich herzustellen war. Auch da ist die wahrscheinlichste Annahme, dass die Rundung gemacht worden ist, weil sie eben alt war. Mit besonderem Gewicht fällt für dieses Urteil noch der Umstand in die Wagschale, dass die Buchstabenformen des Mesasteins in hohem Grade denen der erst im Juni 1880 entdeckten Siloah-Inschrift ähnlich sind (z. B. beim Daleth und 4Ajin, auch Pe, Resch, Taw), aber doch in andern Punkten* sehr von ihren Buchstabenformen abweichen: z. B. beim Waw mit dem Halbkreis oben; beim Cheth mit den bloss zwei Strichen; beim Nun mit nur einem oberen Strich; beim Qoph mit dem vollkommenen oder fast völligen Kreis oben. Das Alphabet der Siloah-Inschrift ist von Storr garnicht berücksichtigt worden. Sehr wichtig ist gewiss aber auch dies, dass ein Epigraphiker wie Mark Lidzbarski das Mesa-Alphabet am nächsten dem der 1890 in Nordsyrien gefundenen Hadad-Inschrift stellt16). Allen diesen Momenten gegenüber kann es selbstverständlich nichts bedeuten, wenn Storr in Sperrdruck verkündet: ״Die Inschrift ist zu schön, um echt zu sein“. Uebrigens habe ich beim Anblick des im Louvre aufbewahrten Originals mit seinen vielen krausen Linien und Strichen nicht den Eindruck der Schönheit seiner Schriftzüge gewinnen können. (Schluss folgt). 1י) Lidzbarski, Handbuch der nordsemitischen Epigraphik (1898), S. 186.