Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 196 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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196 Die Mesa-Inschrift usw. strebender Schaft ausbildete. Dieses Sichaufstellen auf die Grundlinie ist als ein Hauptmotiv bei der Umbildung der altsemitischen Schrift in die himjarische von mir im einzelnen aufgezeigt worden16). Zu gleicher Zeit ist auch zutage getreten, dass die Gestalt des Daleth auf dem Mesastein, die noch des nach unten gehenden Schaftes entbehrt, nach der aufgezeigten Analogie die ältere Entwicklungsstufe repräsentiert. Ferner die Mesa-Gestalt des W a w ist allen späteren Formen desselben am meisten unähnlich, weil der in seiner Mitte auf den abwärtsgehenden Strich aufgesetzte Halbkreis später kaum noch einigermassen begegnet. Das ist der wichtigste Punkt. Storr allerdings erwähnt ihn garnicht. Vielmehr spricht er davon, dass die runde Form des oberen Teils ״doch wohl die spätere“ sei, und lässt mit Sperrschrift drucken: ״Also auch hier kein sicherer Beweis, dass Mesa die ältere Form hat“. Demnach die von allen späteren Formen am meisten abweichende und ausserdem auf Basalt schwerere Gestalt des Waw ward dennoch als die spätere Entwicklungsstufe hingestellt. — Weiter beim Zajin sieht Storr das als wichtig an, dass der nach unten gehende Strich bald etwas nach links (Z. 3) und bald etwas nach rechts (Z. 11 usw.) geneigt ist. Aber die Hauptsache, dass das Zajin des Mesasteins im Unterschiede von allen andern bekannten Formen dieses Buchstabens oben und unten einen über den vertikalen Strich hinausgehenden horizontalen Strich besitzt, dass es dem Zajin der erst 1880 entdeckten Siloah-Inschrift gleicht und relativ am meisten dem Zajin auf der Grabinschrift Eschmunazars, also dem sonst ältesten ähnlich ist, dies Dreifache hat Storr nicht beachtet. — Sodann C h e t h hat auf dem Mesastein nur zwei wagerechte Striche, aber die Sache liegt nicht so, dass alle andern älteren Gestalten dieses Buchstabens drei wagerechte 15j Ed. König, Neue Studien über Schrift, Aussprache und allgemeine Formenlehre des Aethiopischen (Leipzig 1877), S. 14—17, wo auf einer beigegebenen Schrifttafel auch die Einwirkung veranschaulicht ist, die dann das himjari3che Alphabet durch die Veränderung der Schreibrichtung im Aethiopischen erfahren hat.