Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 194 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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194 S .-= Die Mesa-Inschrift usw. II. Untersucht man nun weiter, ob solche Kennzeichen, die innere Gründe genannt zu werden pflegen, gegen die Echtheit der Mesa-Inschrift Einspruch erheben, so ist sie 1. vor allem unter dem paläographischen Gesichtspunkt zu betrachten. Da erheben sich aber zwei Hauptfragen. Die erste lautet natürlich: Woher soll der Fälscher überhaupt die Kenntnis der Buchstabenformen gewonnen haben, die auf dem Mesastein verwendet sind11)? Diese Frage beantwortet Storr mit diesen Sätzen: ״Das Material, das vorlag, genügte; die Veröffentlichungen der wichtigeren Zeitschriften wurden in den Städten Palästinas und Syriens eifrig studiert; die Zeit war günstig, wurden doch gerade damals die Fragen über Herkunft und Entwicklung des Alphabets eifrig diskutiert12), und so durfte eine Inschrift, die diese Fragen förderte, auf vollen Erfolg rechnen. So waren also auch unter dem paläographischen Gesichtspunkt die einer Fälschung günstigen Vorbedingungen gegeben“ (S. 221). Kann es eine schwächere Erklärung über die Herkunft jener Kenntnis des Alphabets der Mesa-Inschrift geben? Denn erstens ist es eine unsichere Voraussetzung, dass die Artikel über Entwicklung des Alphabets in Palästina und Syrien studiert wurden, und zweitens wie sollte man gemeint haben, durch die Herstellung der Mesa-Inschrift die Lösung der Frage nach der Entwicklung des Alphabets fördern zu können? Das ist ganz unerfindlich. Aber will man auch drittens sagen, dass die Kenntnis der phönizischen Buchstaben, denen die auf dem Mesastein ge- ״) Man sieht sie z. B. auf der von den im Louvre befindlichen Bruchstücken des Steins aufgenommenen Photographie in Stades Geschichte des Volkes Israel (1881 ff.) zwischen S. 534 und 35, oder auf der Nachzeichnung in Smend und Socin, Die Inschrift des Königs Mesa von Moab (1886), oder in W. H. Bennett, The Moabite Stone (Edinburgh 1911). 12) Vgl. die Artikel Lenormants in der Revue archeologique 1867/68 sowie in M. Lidzbarskis Handbuch der nordsemitischen Epigraphik (1898, unter Bibliographie die Nummer [sic] Seite 34 37).