Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1925)
- Date
- 1925-05-01
- Page
- Seite 189 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Mesa-Inschrift usw. 189 sich doch noch derselben als einer Quelle der Altertumsforschung bedienen dürfe. I. Natürlicherweise untersucht der neue Kritiker des Mesasteins zunächst, ob nicht äussere Gründe gegen die Echtheit der Inschrift sprechen. Solche könnten nun möglicherweise in erster Linie aus der Geschichte der Auffindung des Mesasteins sich ergeben. 1. In der Tat bemerkt Storr gleich am Anfang seines Plädoyers: »Der Stein wurde vor allem nicht gefunden, sondern dem Missionar Klein gezeigt, nicht am hellen Tage, wo von dem Stein gesprochen wurde, sondern im unbestimmten Zwielicht der kurzen Dämmerung, die zu einer gründlichen Untersuchung keine Zeit lässt. Warum denn?“ (S. 205). Er begnügt sich mit dieser Frage. Aber die nächstliegende oder gar allein mögliche Antwort ist doch nicht die von Storr vorausgesetzte, nämlich dass der damalige Gastgeber des Missionar Klein, der Scheich der ’Arab el Hamide 5), im Dämmerungslicht nicht die ihm bekannte Fälschung habe entdecken lassen wollen. Diese ist ja auch bei vollem Tageslichte dann von keinem Europäer gesehen worden. Ausserdem hatte Klein gleich damals in der Dämmerung, wie er selbst berichtet, nicht nur Licht genug, um ״den -Stein in seiner unversehrten Gestalt zu sehen“, sondern auch ״Zeit genug, etliche Worte aus verschiedenen Zeilen zu kopieren“. Die Verschiebung jener ersten Besichtigung des Mesasteins bis in die Dämmerungszeit hat nach aller Wahrscheinlichkeit nur den Grund gehabt, dass Kleins arabischer Begleiter Zattam aus irgendwelchem Grunde noch etwas mit dem Aufstehen vom noch nicht beendigten Kaffeetrinken zögerte und jedenfalls auch die etwas spätere Zeit für geeignet hielt, den Stein zu besichtigen, und dies war ja auch der Fall, weil Klein wieder selbst bemerkt, dass er ״bei seinem Anblick erfreut war“, also ihn doch eben voll sehen konnte. 5) So in Gnthes Bibelatlas (1931), Blatt 20, I), 5