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Jeschurun · 1925-03-01 · Heft 3-4 (März 1925) · p. Seite 159

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 3-4 (März 1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 159 (sequence 69)
Language
German
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Die jüdische Geschichte usw. 159 ist Israel seinem Gtte und seiner Lehre treu geblieben. — Eine neue, grössere Aufgabe ist ihm jetzt gestellt: mitten im Völkerkreise stehend, gebend und empfangend an der Weltkultur teilnehmend, sich als Gttesvolk zu beweisen, gegenüber allen Schwankungen der politischen und ethischen Anschauungen, Künder der Sittlichkeit und der einstigen Herrschaft Gttes auf Erden zu sein. Die religiöse Tat. Von Dr. Ernst Ehrentreu. 1. Die ״neue Lehre״ und Religion, welche vor ungefähr zwei Jahrtausenden aus dem Judentum hervorging, verdankt ihre verhältnismässig rasche Entwicklung und Verbreitung nicht zum mindesten dem Umstande, dass ihre Stifter das ״Gesetz, Zeremonialgesetz״ im Judentum bekämpften. Der Kampf mit diesen Schlagwörtern1 hat tatsächlich Inhalt, wenn wir seine Idee wie folgt präzisieren: Das eigentliche religiöse Leben des Menschen besteht nicht so sehr in der Befolgung von Gesetzen, die von aussen an ihn herangetragen werden und herantreten, sondern im Vollzug von religiös-wertvollen Handlungen, die der Ausdruck und der Ausfluss seiner (eigenen) Gesinnungen sind. Es ist sehr charakteristisch, dass gerade diese Religion, die doch die sinnfälligen Erscheinungsformen des jüdisch-religiösen Lebens als Aeusserlichkeiten verurteilt, im Laufe der Jahrhunderte mit stets gesteigerter Intensität ein festumgrenztes Religionssystem und eine scharf ausgeprägte Hierarchie aufbaute, die einerseits mit starken äusseren, als religionswichtig gelten- ג) Dieser geistige Kampf gegen das Judentum oder, besser gesagt, gegen diejenige Religionsform, welche man als das Wesen des Judentuxns ansieht, hat auch heute noch nicht ausgetobt. So beteiligen sich Kant und neuerdings Bucken in recht heftiger Weise daran.

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