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Jeschurun · 1925-03-01 · Heft 3-4 (März 1925) · p. Seite 156

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 3-4 (März 1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 156 (sequence 66)
Language
German
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156 Die jüdische Geschichte usw. Voiksbewusstsein wurzelt. Unabsehbar wäre aber die Gefahr dieser Bewegung gewesen, wenn sie sich ganz losgelöst hätte von Talmud und Halacha. Dass sie es nicht getan hat, sondern allen schrankenlosen Mystizismus ausschied und im wesentlichen die Disziplin des Gesetzes anerkannt hat, ja vielfach treue Hüterin des tradierten Gebetes wurde, das hat sie der scharfen Kritik zu danken, die der Talmudismus an ihr übte. Welche Gefahrenmöglichkeiten der jugendliche Chassidismus in sich barg, lässt der unerbittliche .Kampf ahnen, den ß. Elia aus Wilna gegen ihn führte. Dass dem jüdischen Volke gerade damals dieser Mann erstand, ist eine besondere gttliche Fügung. Ein Mann von geradezu übermenschlicher Klarheit des Denkens, von umfassendstem Wissen gepaart mit denkbar grösster sittlicher Hoheit, er war es, der in sieb die Heiligkeit des Lernens und Lebens der Gtteslehre verkörperte. In ihm hörte jeder Gegensatz zwischen Denken und Fühlen auf. Sein Studium war Ethik, sein Gebet war lauterstes Denken. Weit mehr noch als durch seine literarischen Werke ist der Wilnaer Gaon durch seine Persönlichkeit und durch seine Schüler der Grundpfeiler geworden für jene Erhabenheit des Talmudstudiums wie es bis zum heutigen Tage in den litauischen Hochschulen seine Exponenten findet. Gleich gross im Kampf wie im Aufbau ist es ihm zum grossen Teil zu verdanken, dass der Chassidismus den Weg zum talmudischen Judentum zurückfand, und in den Kreisen des Talmudismus ist ß. Elia Vertreter der alle Gebiete jüdischen Wissens umfassenden Forschung, sie gleichzeitig erweiternd und vertiefend, vor allem aber sie durch herrlichste sittliche Hoheit adelnd. Für die Juden Deutschlands bildet das achtzehnte Jahrhundert den Uebergang zur Neuzeit. Unter Einfluss von Männern wie Professor Christian Wolff und dem Historiker Jacques Basnage änderte sich allmählich die geistige Einstellung der gebildeten Christen zu den Juden, und hierdurch trat auch eine Besserung der sozialen und politischen Lage der deutschen Judenheit ein. Bezeichnend für diese Veränderung ist die Beschlagnahme des Eisenmengerschen Pamphletes ״Entdecktes

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