Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 150 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Die jüdische Geschichte 118w. Die jüdische Geschichte und ihr Sinn. Von Dr. M. Auerbach, Berlin. (Fortsetzung.) Von der Vertreibung der Juden aus Spanien bis zur französischen Revolution. Die Periode,. welche man in der Geschichte de3 Abendlandes die Neuzeit nennt, war für die europäischen Juden durch die Vertreibung aus Spanien eingeieitet. Das einzige Land, welches den Unglücklichen ein dauerndes Asyl bot, war die Türkei. Sie hat hierdurch einen Anspruch auf die Dankbarkeit des jüdischen Volkes erworben. Das humane Benehmen des Sultans Bajazet II. entsprach in gleicher Weise dem Gebote der Klugheit wie der Menschlichkeit. Die hochentwickelten Einwanderer, denen ständig neue Scharen von Marranen folgten, brachten der neuen Heimat einen grossen Aufschwung von Handel und Industrie und leisteten den Sultanen auch als Staatsmänner wertvolle Dienste. Konstantinopel zählte bald 80000 Juden, das gewaltig aufblühende Saloniki wurde zu einer fast spanischjüdischen Stadt. Den meisten Gemeinden prägten die Neuankommenden, deren Enkel heute noch vielfach der spanischen Sprache sich bedienen, ihre Eigenart auf. Auch in Palästina begann ein neues jüdisches Geistesleben, wie es seit bald einem Jahrtausend hier nicht geherrscht hatte. Der im Jahre 1488 geborene R. Joseph Caro übersiedelte nach Safed, dem Geistes- Zentrum des heiligen Landes. In seinen grossen Kommentaren zu den ״Turim״ des R. Jakob ben Ascher und der ״Mischne Tora0 des R. Mose ben Maimon, vor allem aber in seinem *Schulchan Aruch“, dem grundlegenden Kompendium der für die Jetztzeit anwendbaren Halacha, hat er den ganzen Schatz spanischen Talmud- und Halachawissens verewigt. Das Zusammenströmen hervorragendster Toragrössen veranlasst© R. Jakob Berab zu seinem Versuche, das Sanhedrin wieder einzuführen. Doch scheiterte der Plan am Widerspruch vieler Gelehrten, besonders des R. Levi ben Chabib. Durch den im Jahre 1532 in Jerusalem geborenen R. Isaak Lurja, den *Ari״