Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 148 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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148 אכפיומא im Midrasch viertens, wie er in seinem Gleichnis das Beten eine Ehrenbezeigung nennen kann. Aber der Midrasch ist sehr einfach zu erklären. Jedes griechische Lexikon belehrt uns darüber, dass dSta>u.a nicht nur Würde (abgeleitet vom Adj. djtoc) bedeutet, sondern auch (abgeleitet vom Verbum d&oa>) Forderung, Wunsch und Bitte, also etwas, dass nicht viel verschieden ist von den im Bibelvers befindlichen Ausdrücken תהגתי und תפלתי. Absichtlich aber wendet der Agadist hier nicht ein hebräisches Wort, etwa בקשה an, sondern das Fremdwort, weil dieses seinen Zuhörern und Zeitgenossen bekannt und geläufig war als eine Bitte von besonderer Art, als der gewöhnliche Ausdruck für die Bittschrift, die Petition, die man an den byzantischen Kaiser richtete, üeberreicht man diesem eine Bittschrift, so lässt er sie von seinen Leibwächtern oder Kanzleibeamten in Empfang nehmen, von andern Leuten lesen, prüfen und begutachten und es ist sehr fraglich, ob sie überhaupt in seine Hände gelangt. Ich aber, sagt der Psalmist, wünsche mir, dass du selbst meine Bittschrift in Empfang nehmest; darum heisst es: ״Der Ewige möge mein Gebet annehmen“. Man muss ergänzend lesen: אני איד מבקש אלא [שאתה מקבל] אנס׳ שלי. Denselben Gedanken enthält der Midrasch zu Ps. 102,2 (Ed. Buber S. 430): ה״ שמעה תפלתי אל התן אבשיומא שלי בתוכה אלא תעלה ותעשה פירות, ושועתי אליך תבוא: Während Buber die Stelle für unverständlich hält (ובל הלשון אין לו שחר) und der Meinung ist, dass man ihr nur durch eine gründliche Emendation beikommen könnte, übersetzt sie Levy auf Grund einer auf Ps. 140,9 sich stützenden falschen Lesart folgendermassen: מVerleihe ihm keine Würde darin, in seinen Bestrebungen“. Wie passt das zu Ps. 102,2? Aber mit meiner Erklärung des Fremdwortes als Bittschrift bietet die Stelle nicht die geringste Schwierigkeit. Es ist zu übersetzen: ״Ewiger, erhöre mein Gebet“; lege 'meine Bittschrift nicht in den Kasten (oder Schrank) d. h. ad acta, sondern sie möge aufsteigen und Früchte tragen, ״und mein Flehen komme zu dir“. Dass בתוכה ein Schreibfehler ist, korrumpiert aus בתיבה, das liegt aui der Hand. Die Richtigkeit meiner Vermutung wird überdies &estatigt durch eine Fussnote bei Landau in seiner Aruch-Ausgabe