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Jeschurun · 1925-03-01 · Heft 3-4 (März 1925) · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 3-4 (März 1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 147 (sequence 57)
Language
German
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Von jüdischer Politik 147 Annalen jüdischer Geschichte. Unsere Politik, im reinen Sinne des Wortes, führt vom einzelnen zum Volke und vom Volke zum einzelnen nur über G’tt; sie ist drum nur Arbeit für sich, an sich und somit am Volke. אכסיומא im Midrasch. In diesem Worte, das zweimal in Midrasch TehiUim vorkommt, erkennt man sofort das griechische dSuojxa, dasselbe Wort, das auch in den modernen Sprachen Aufnahme gefunden hat als ״Axiom* im Sinne einer Forderung des vernünftigen Denkens, die keiner weiteren Begründung bedarf. Dieses griechische Wort meint ohne Zweifel Musafia bei seiner Erklärung von אכסיומא als ,מעלה גדולה וככוד und demgemäss notiert Landau in seiner Aruch-Ausgabe 8. v.: d£t«>{j.a Ehre, Würde. Dieser Erklärung schliessen sich Buber, Levy und Kohut rückhaltlos an. Sehen wir uns aber die beiden Stellen, wo das Wort vorkommt, genauer an, so finden wir, dass sie mit dieser Worterklärnng absolut keinen Sinn geben. Die erste Stelle (am Ende des 6. Psalms; in der Buber’schen Ausgabe S. 62) lautet: שמע ה׳ תחנתי אמר דוד לפני הקב־ד, מלך ב״ו אחרים מקגלין אבסיומא שמושייטץ לו ואני איד מבקש אלא אכסיומא שלי לכך נאמר ה תפלתי יקח: Buber übersetzt nach Feststellung der richtigen Lesart von אכסיימא dieses Wort unter Berufung auf Musafia mit Würde, Ehrenbezeigung, bemerkt aber nicht das Geringste zur Erklärung der Stelle. Dagegen gibt uns Levy die folgende Uebersetzung: Für den irdischen König nehmen Andere die Ehrenbezeigung entgegen; ich aber verlange blos meine Würde, nämlich ״Gtt möge mein Gebet annehmen*. Dass dies nicht der Sinn des Midrasch sein kann, dürfte wohl niemandem zweifelhaft sein. Denn erstens nimmt m. E. ein irdischer König die ihm zagedachten Ehren am liebsten persönlich entgegen; zweitens verlangt מושימץ als Objekt einen greifbaren Gegenstand; drittens ist nicht zu verstehen, warum hier der Agadist für ein so bekanntes Wort wie כבוד ein Fremdwort gebraucht, und

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