Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 135 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neueste Gestalt usw. 135 Entrüstung und des tiefsten Schmerzes auf den Lippen gehabt haben, wie sie in Rieht. 2,21 llf.; 3,5f. usw. gelesen werden. Zweitens auch wieder nach Sellin übte Manasse mit seiner Verehrung der assyrisch-babylonischen Götter bloss ״vollste religiöse Toleranz“ (S. 280). Auch Sellin lässt drittens die prophetische Religion Israels wieder durch ihre Berührung mit den anderen Kulten wachsen. Nach ihm ״muss eine positive Befruchtung und Weiterbildung, eine innere Bereicherung konstatiert werden, die die Jv,religion durch die enge Verbindung mit der Bäalsreligion erhielt“ (S. 129. 302). Nämlich auch wieder nach ihm ist JV. erst in Kanaan aus einem Gott der Wüste zu einem Ackerbaugott geworden. Also auch wieder Sellin ignoriert es, dass nach den Quellen schon Isaak und Jakob sowie die Israeliten in Aegypten Ackerbau getrieben haben (1. Mos. 26,12; 37,7 usw. samt der ganzen eingehenden Erörterung in m. Theol. A. Ts. 94). Neben diesen schlimmsten Verdrehungen der überlieferten Religionsgeschichte Altisraels treten auch wieder in Sellins Buch noch viele andere auf. Denn während die Quellen stets ״das Volk“ als die Grösse nennen, die seit Moses Zeit sich einer besonderen (aber such höchst verantwortlichen) Verbindung mit dem lebendigen Gott erfreuen durfte (2. Mos, 3, 7 usw.), hat auch Sellin wieder (z. B. S. 94, Z. 5 v. u.) sich eine ״Moseschar“ als diese Grösse ausgesonnen. Ferner ist die S t e 1111 a g der mosaischprophetischen Religion zu den Opfern falsch als eine solche aufgefasst, die in deren absoluter Verwerfung bestanden habe (S. 194 f.). Inbezug darauf widerspricht er ersteus sich selbst, denn nach S. 220 ״lebte in Elia rein und unverfälscht die Mosereligion wieder auf“, und Elia brachte ja Opfer dar (1. Kön. 18, 30—39). Eine absolute Verwerfung der Opfer liegt aber zweitens auch nicht in Jc1\ 7,21—23, wie die in ״Theol.“ 1923, 303. 303 gegebene Erörterung' zeigt. Was aber endlich die letzte Quelle der prophetischen Religion Israels anlangt, so schreibt Sellin: ״Die Nabis, die Jv. bald aus diesem bald aus jenem Stande erweckte, hörten lediglich