Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 133 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Die neueste Gestalt usw. 133 heit z. B. bei der Gesetzgebung vom Himmel her sich enthüllte (2. Mos. 19, 11. 18) und schon nach dem anerkannt alten Deboraliede die Sterne von ihren Bahnen aus für die Sache Jv.s kämpften (Eicht. 5, 20). Freilich Sellin getraut sich, zu sagen, dass ״man seit der Ansiedlung in Kanaan angefangen hatte, als Jv.’s Wohnsitz den Himmel zu betrachten und in Festeshymnen Grosstaten zu preisen, die er dort oben gegen andere Götter verrichtete“ (S. 198). Aber welche willkürlichen Behauptungen werden da aufgestellt! In den am Schilfmeer erfahrenen grundlegenden Rettungstaten, wo Israel aus Not und Tod befreit wurde, soll es nicht die übernatürliche Souveränität des von Mose wieder verkündeten Vätergottes erkannt haben. Nein, erst hinterher, wo Israel auf der ihm bereiteten Hochbahn nur weiter fortschritt, da soll es seine altverehrte Gottheit in den Himmel versetzt haben. Ohne durch religiöse Erfahrungen dazu berechtigt gemacht zu sein, soll es seinem Gott auch Grosstaten gegen andere Götter zugeschrieben haben! Das stimmt freilich mit Sellins Verfahren, wonach er (S. 183) Israel den Akt der Erwählung in seiner Eeligionsgeschichte zuschreibt. Dass diese Behauptung so vielen positiven Quellenaussagen (z. B. 1. Mos. 12,1; 2. Mos. 3,1 ff.; 19, 4—6; 5. Mos. 26, 18f.) diametral entgegengesetzt ist, bemerkt er nicht, und Jos. 24,22, was er erwähnt, spricht von einem sekundären Akt, einer Wiederanerk e n n u n g des Bundesverhältnisses. Mit dieser mitgebrachten Grundvoraussetzung, dass die wahre Religion Israels ein vom Diesseits her stammendes und von unten nach oben sich entwickelndes Gewächs sei, stimmt ja auch weiter dies, dass in seiner Darstellung die Geistesstellung der Prophetenführer wieder einmal aus der Erscheinung der Prophetenjünger her״ vorgegangen ist (S. 149f.), und doch war, um nur ein einziges Wort darüber zu sagen, Samuel eher ein Prophet, als die Propheten jünger sich um den Meister scharten (usw. in Theo* logie des A. T. 1923,55ff.). Freilich was vermag man nicht alles mit der Allwissenheit, die zu sagen wagt: ״Die Seher