Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 123 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der .Kempftn^r* 12« der Provinz Posen war und deshalb dem Resultat des Kampfes überall mit Spannung entgegengesehen wurde. Was die Person Malbims betrifft, so gab die Regierung unumwunden zu, dass die vom Landrat angestellten Erhebungen erwiesen haben, dass Malbim ״ein höchst fanatischer Mensch sei, dem alle Begriffe europäischer Kultur abgingen, und der es für seine Pflicht halte, den Orientalismus in jeder Beziehung zu pflegen, während die Landesregierung sich bemühe, abendländische Kultur in das jüdische Volk zu bringen״. Anerkannt werden müsse, dass er ein ausgezeichneter Talmudist sei, aber aus seiner ganzen Ein- Stellung heraus sei es nur natürlich, wenn er sich gegen die Einrichtung des deutschen Schulwesens sträube, ״wie sie jetzt von den Königlichen Behörden theils schon bewir kt ist, theils noch erstrebt wird, und deren Hauptzweck dahin geht, die heran wachsende Generation neben Beibringung der nöthigen Kenntnisse der Elementar- Wissenschaften dem die Juden von der christlichen Bevölkerung absondernden Einflüsse althergebrachter Gebräuche und Gewöhn- Leiten zu entziehen, sie auf dieser Art christlicher Sitte und Gewohnheit näher zu bringen und dadurch die Scheidewand zwischen Juden und Christen immer mehr zu vernichten“. Die Regierung stellte fest, dass im vorliegenden Falle nirgends dargetan worden sei, dass Malbim wirklich während seiner Funktionen in Wreschen den Bemühungen der Behörden und der angestellten Lehrer um den Unterricht und die Bildung der jüdischen Kinder schädlich und direkt entgegengewirkt habe. ״Der einzige Vorwurf, der ihn trifft, besteht darin, dass er zur Beförderung derselben, was allerdings wünschenswert gewesen wäre, nichts gethan, sich vielmehr dabei ganz passiv verbal en und vielleicht hier und da über das immer mehr abnehmende Studium des Talmud und die täglich mehr hervortretenden freieren Religionsansichten geklagt hat.“ Dieses Verhalten könne umsoweniger einen Grand zur Nichtbestätigung bilden, als es noch sehr wenig jüdische Gelehrte, die gleichzeitig auf der Höhe der Allgemeinbildung stehen, wie z. B. den Breslauer Rabbiner Dr. Geiger, gibt. Zu dem Vorwurfe der Kichtbeherrschung der deutschen Sprache wird bemerkt, dass Malbim sich in einfachen Gesprächen