Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 115 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Malbim 1× ep/1002711
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Der ״Kemp^ner* 115 Anagramm ans den Anfangsbuchstaben seines und seines Vaters Taufnamen ausgegeben werde.“ Schliesslich sei zu bemerken, dass er aus seinem Vaterland und von seiner Gattin entflohen sei und sich in Galizien, Ungarn, Holland, Frankreich und England herumgetrieben habe. Der Eindruck seiner Predigten sei, abgesehen von dem wissenschaftlichen und moralischen Gehalt schon deshalb kein bestimmter, weil sie in dem ״lithauischen-jüdischen Idiom“ gehalten werden, das den meisten hiesigen Einwohnern unverständlich ist. Malbim trachtete schon lange nach dem vakanten Rabbinat ״auf die Stimmung des unwissenden Haufens sich stützend, der gewohnlich das Unverständliche und Unbekannte für etwas Erhabenes“ ansieht und ״dem Misteriösen und Abenteuerlichen seiner Erscheinung auch den Anstrich des Seltsamen und Grossartigen verleiht.“ Der gerechten Opposition *aller Bessergesinnten“ sei es gelungen, Malbims Plan zu vereiteln, aber er habe sich auf eine menschlich und gar eines Rabbiners unwürdige Weise gerächt. ״Von der Kanzel sandte er der zahlreichen Versammlung statt des erhobenen Gotteswortes Worte des Hasses, der Ironie und des Spottes. In einer Aufwallung von gemeiner Wuth und Jähzorn, einem glühendfanatischen Eifer warf er einer Gemeinde, die er in einem vierzehntägigen Aufenthalte gar nicht kannte, die entehrendsten Sünden vor, verhöhnte er ihre wohl- und ehrbaren, durch jahrelanges Wirken als tüchtig anerkannten rabbinischen Gelehrten und entblödete sich nicht, um nur einen seiner Ausdrücke zu erwähnen, auszurufen: ״Ich möchte m ch nicht meine Sünden um Eure guten Thaten vertauschen, ihr Trünke! holde ußd Schmarotzer,“ Beleidigungen in der That, die der Ahndung durch die Justiz nicht entgangen wären, wenn sie bestimmtere Objekte gewesen und nicht in die Allgemeinheit angemasster geisseinder Sutenpredigt sich versteckt hätten“. Wenn nun Malbim trotzdem in Kempen einen nicht unbeträch!liehen Anhang gefunden habe, welcher sein unerhört niederes Betragen für einen genialen Freimat ansehe, so erkläre sich dies sehr leicht ״aus dem natürlichen Unwillen, dem die unwissende und lichtscheue Klasse gegen die gebildete und intelligente nur za