Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1925)
- Date
- 1925-03-01
- Page
- Seite 114 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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114 Der ״Kempener“ bei der Wahl von R. Akiba E i g e r doch von der unterlegenen Partei versucht, die Wahl anzufechten. Die Eingabe der Beschwerdeföhrer, welche vom 7. November 1840 datiert und an das preussische Ministerium des Innern gerichtet ist, verweist zunächst auf eine bereits im März desselben Jahres bei der Posener Regie rungsabteilung erhobene, aber unbeantwortet gebliebene Vorstellung. Die Beschwerdeführer geben der üoffnung Ausdruck, dass diese sowohl die moralischen als auch die materiellen Interessen einer ganzen Gemeinde tief ergreifende Angelegenheit ihre Kühnheit hinlänglich rechtfertigen wird und sie Verzeihung erhalten werden ״von dem erhabenen Geiste des Lichts, des Rechts und der Wahrheit, der das segensreiche Wirken Eines Hohen Ministern so glanzvoll schmückt, und in welchem Geiste Hoch dasselbe stets der offenen erleuchteten und den heilsamen Früchten der Civilisation und des Fortschritts nachstrebenden echt bürgerlichen Gesinnung im Kampfe gegen die sich entgegenstämmenden lichtscheuen Hinderer gnädigsten Schutz״ hat angedeihen lassen. Sie behaupten weiter, dass die Anstellung des neuen Rabbiners gesetz- und Statuten widrig sei, und der Gewählte ,weit entfernt den Ansprüchen zu genügen, welche unsere Zeit von einem Volkslehrer und Seelsorger zu stellen berechtigt ist, vielmehr geeignet und geneigt ist, einen Schritt des Rückweges zu bewirken, der das allmählich schon erfreulich sichtbare Hiaaufstreben zur Hoho religiöser und bürgerlicher Intelligenz in hiesiger Gemeinde mit einemmal vermitteln kann.״ Schon bei Antritt seines Wirkungskreises sei er ,die keineswegs unschuldige Veranlassung zu Hass und Zwietracht, ja, wir können es ohne Uebertreibnng sagen, zur theilweisen Auflösung bürgerlich geselliger Bande״ geworden. Zur SubstanzieruDg ihrer Behauptungen übergehend, berichten die Beschwerdeführer zunächst über!Vlalbims Vorleben. Er sei vor einigen Jahren als herumreisender Prediger (Darschaa) nach Kempen gekommen und habe hier einige Vorträge gehalten. Ihm. ging ein ״unbestimmter Ruf״ aus Breslau voran, wo er ״in einem Privathause״ Lehrvorträge gehalten hätte. Später habe man noch erfahren, dass er ein Litauer namens Meyer Loeb Malbim sei, ״ein Stammname, der von selbst als kein ererbter, sondern als ein