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Jeschurun · 1925-03-01 · Heft 3-4 (März 1925) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 3-4 (März 1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 104 (sequence 14)
Language
German
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ד \ 104 Von den Idealen usw. 3. Die Schule ist keine Zweckgemeinschaft, sondern ist in eine sittliche Lebensgemeinschaft, eine ,Wertgemeinschaft“ umzugestalten. Darum ist die Disziplin und Erziehung nicht Sache der Lehrer allein, sie hat unter Mitwirkung der Schüler zu erfolgen. Aber dies erst dann, wenn das Ideal der Wertgemeinschaft zur Herrschaft gelangt, wenn eine sittliche Ziel- Setzung das Schulganze durchdringt. Wenn der Lehrer aufhört, äussere Autorität zu sein, sondern nur kraft innerer Autorität führt und leitet, wenn Lehrer und Schüler durch ein Band der Liebe verbunden, in einander und mit einander streben und ringen, dann kann aus dem Geist dieser Wertgemeinschaft heraus der Schüler zur Freiheit geführt werden. Dann kann die Gesamtorganisation der Schule sich ihre eigenen Bindungen als Verfassung vorschreiben, und jeder nimmt freiwillig aus dem Geist der Gemeinschaft heraus diese Bindungen auf sich, nicht mehr als Zwang und Begrenzung der Persönlichkeit, sondern aus dem Gefühl, sein eigner Gesetzgeber zu sein, in der Gemeinschaft seine Selbstentfaltung zu finden. 4. Denn diese Erziehung i n der Gemeinschaft ist zugleich Erziehung zur Gemeinschaft. Während der Egoismus der alten Schule, wo man aus Egoismus die äussere Autorität des mächtigeren Lehrers respektierte, gebrochen wird, wird die frei entfaltete Individualität der neuen nicht zur Isolierung, sondern zum innigsten Anschluss an die Achtung und Beachtung heischende Eigenart des Andren, an die den einzelnen erhöhende Gemeinschaft führen. 5. Unerwähnt darf auch Kerscbensteiners Verdienst um die Hebung der Berufsschulbildung nicht bleiben. Eine der tiefsten Schäden des modernen Lebens ist das äusserliche Verhältnis der Mehrheit aller Menschen zu ihrem Berufe. Dieser ist meist nur Mittel zum Zweck der Erlangung der notwendigsten Lehenserfordernisse. Dadurch wird der Mensch Sklave des Berufes; er schleppt diese Ketten, die seine Freiheit für den Hauptteil des Tages ihm rauben, wie eine entsittlichende, menschenunwürdige Bürde mit sich. Die Pflicht

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