Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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S2 3>Ie Gortali d<*3 Jud^i Sh\10ck dich, wackrer Jude! (Shylock ab, zu Bassanio: ״Der Hebräer wird noch -ein Christ; er wendet sieh zur Güte.“ Darauf Bassanio: ״Ich mag nicht Freundlichkeit bei tückischem Gemüte“. Dies der Verlauf und der Beschluss der Szene. Merkt bei dieser Wechselrede nicht jeder unvoreingenommene Leser und Hörer, dass keine der drei beteiligten Personen, Shylock nicht, Bassanio nicht, und auch der melancholische Antonio nicht, an ein uneigennütziges Anerbieten Shyiocks glaubt? Ist nicht jedem, der Halbtöne, SeeleDSchwingungen heraushört, bis zur Evidenz klar, dass hier kein F r e u n d s c h a f t s p a k t, sondern ein Geschäft abgeschlossen wird, mit Risiko auf beiden Seiten! Kann Antonio nur einen Augenblick an einen echten Freundschaftsakt Shyiocks glauben, kann Shylock ernsthaft ihn ihm anbieten, derselbe Shylock, der am Eingang der Szene sein Selbstgespräch schliesst: ״Carsed bemy tribe, if I forgive h i m, verflucht mein Stamm, wenn ich ihm je vergebe':“ Ist dies nicht das Leitmotiv der ganzen Szene, das alles übe; wiegt? Aus vorstehenden Punkten geht klar hervor: dass Shakespeare der. Juden schon als grausam vorgezeichnet gefunden hat; dass Jessicas Raub nicht eine Zutat Shakespeares genannt worden kann; dass alle Regiebemerkungen bei Shakespeare als Beweisquelle irrelevant sind; dass insbesondere die Eehtheit der Böhnenbemerkung .,für sich“ vor Shyiocks Worten: 0״ Vater Abraham etc.“ höchst zweifelhaft ist; dass endlich die von Ilorrn Dir. Ca rieb ach ans Akt ״, Szene o angezogenen Belege für die Noblesse Shyiocks durchaus ironisch aufgefasst werden können. IL Ich kann es mir nicht versagen, noch ein weiteres Wort za Herrn Dir. (Jarlebachs Shylock-BiJu und -Auffassung im allgemeinen hinzuzufügen. Was C. an dem Juden Shylock vorzunehmen versucht, ist nicht mehr nicht weniger als eine Apotheose- Die Mittel, die er hierbei verwendet, sind stark exegetische. Gieieh am Anfang arbeitet Dir. Carlebach mit dem starken Vergleich zwischen Shakespeare und Bileam, dem sprichwörtlichen י*ג%ע,