Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 62)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Die jüdische Geschichte usw. betone deshalb nochmals, dass diese Pharaonen aller Voraussicht nach nicht diese Rolle in der ägyptisch-jüdischen Geschichte gespielt haben können. Wieweit die von mir vorgetragene Hypothese berechtigt ist, mögen berufene Forscher nachprüfen. Die jüdische Geschichte und ihr Sinn. Von Dr. M. Auerbach, Berlin. (Fortsetzung.) II. Die zweite Periode: Israel in der Verbannung^ Die Zeit der Vorherrschaft des babylonischen Judentums. ״Seit Rah nach Babylonien kam, betrachteten wir uns hier wie in Erez-lsrael.“ Mit diesen Worten charakterisiert Rab Huna, der Schüler Rab’s dessen umgestaltende Bedeutung für die babylonische Judenheit. Das Jahr 2PJ, in welchem R. Abba bar Aibu (Rab) endgiitig in die Heimat zurückkehrte, war für die Juden des Zweistromlandes und für die Geschichte des Judentums den Beginn einer neuen Zeit. Palästina hört auf, das Zentrum des jüdischen Geisteslebens zu sein. Die Führung geht an das babylonische Judentum über. Mehr als sieben Jahrhunderte ist sie ihm geblieben. Die Namen ..AmoraiuV, ״Saboraim~ und .GeoninV bezeichnen die Hauptphasen dieser Periode. Das Zeitalter der Amoraim schenkte uns den Talmud, jenes Riesenwerk, das in seinen halachischen Teilen den gewaltigen Stoff des Religionsgesetzes fast lückenlos überliefert, ihn kritisch sichtet und seine jeweilige Anwendbarkeit auf die Einzelpraxis durch scharfsinnige Untersuchungen feststellt. Der alles beherrschenden Stellung, die das Religiöse im Geistesleben des jüdischen Volkes einnimmt, entspricht es, dass sich das Straf- und Zivilrecht dem Religionsgesetze als integrierende Teile einordnen. In seiner Agada. welche das streng Gesetzliehe durchflicht und umrahmt, bietet der Talmud eine Fülle von philosophischen Grundgedanken des Judentums, sowie von