Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Fragment usw. 45 Seligkeit und Hass, manchmal in einen Mantel der Liebe gehüllt, gegen ule Tradition, und noch mehr gegen ihre Träger. Ein echtes Stimmungsbild dieser Bewegung ist im Sifra45) erhalten, das eine besondere Aufmerksamkeit verdient. Der Midrasch beginnt mit Lev. 26,14. Wenn ihr aber auf mich nicht hören werdet. Der tannaitische Ausleger bezieht den Satz auf den כדרש הכפים, aber nicht auf die schriftliche Lehre. Ferner wird der Satz auf Leute bezogen, die ihren Herren kennen, aber fiich absichtlich gegen ihn auflehnen. Drittens wird ihm entnommen, das3 das Lernen der Ausübung vorausgehen muss» Dann folgt ein langer Kettensatz, der uns Elemente zeigt von Gruppen, die weder lernen, noch praktisch das Gesetz beobachten. Ferner die andere verachten (d. h. solche, die das Gesetz befolgen) und die Weisen hassen. Ferner, die nicht nur die Gesetzesbeobachter verachten, sondern dieselben verhindern oder in der Gesetzestreue stören. Die nächste Folge ist, dass er selbst das schriftliche Gesetz abrogiert. Schliesslich auch die Existenz G0tte3 verleugnet46). Ob der Tannait hier ein curriculum vitae eines einzelnen Ketzers geben will, oder vielmehr verschiedene Gruppen der Ketzergeschichte darstellt, wollen wir dahingestellt sein lassen. Unseren Gegenstand berührt nur die Mitteilung, dass wir im ersten Jahrhundert Feinde der Tradition oder der mündlichen Lehre vor uns haben. Die Kappe passt auf viele Köpfe. Einerlei, ob sie Sadducäer oder Christen w^aren. Eine stärkere Bewegung gegen die Tradition ist im dritten Jahrhundert bemerkbar. Derselben Zeit gehört auch der Satz in unserem Fragmente an. Wir beginnen mit R. Josua ben L e v i 47). Zu dem Aussprüche des Tannaiten R. Nehemia, der auch die Zitith, Tefillin undMesusagesetze in כתן ודרה einschliesst 4s), 45) Warschau, 1866 p. 109. 46) lieber diese ״klimatetische Anordnung“, 8. J. Heinemann, Die griechische Quelle der ״Weisheit Salomos“, Jahresbericht des jüd. theol. Seminars. Breslau 1921 p. XYIL A 2 (Poseidonius I p. 145 A 2). 47) L8t. r. 22,1, pal.-Pea 17a, pal. Meg. 74d, EccL r. 1,22, EecL z. p. 104. 4s) Ygl. auch Cant r. 1,16, wo R. Nehemia sagt: שתי תורות נאפת אד״ד־ בפת ואחד בכתב. R. Nehemia erwähnt diese Halachoth wohl absichtlich, denn