Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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:52 Fc-chner's Setrlenlehre usw. dass die Möglichkeiten der Vervollkommnung so jäh und unsrermittelt abbrechen sollen, dass das Jenseits, wenn auch nicht der Ort weiteren Wirkens im Dienste der für das Diesseits berechneten und nur hier ausführbaren Gottesgebote — dem widersprechen ja unsere jüdischen Weisen mit Entschiedenheit, — so doch nicht wenigstens der Durehgangspunkt zu einer Fortsetzung des in dem einen Leibe begonnenen Näherstrebens zu dem Ziele, das dem Menschen überhaupt gesetzt werden kann, sein sollte. Und eine der annehmbarsten Lösungen des Problems der Theodieee, soweit es wenigstens das Glück der Frevler und das Leid der Frommen betrifft, ist ja, dass der Lohn und die Vergeltung dem Menschen in einem anderen Erdenwailen zu Teil werden. Die letztere Lösung forderte freilich die Kontinuität des Bewusstseins der Seele, wenn sie nacheinander in den verschiedenen Individuen weilt. Denn, wenn die Persönlicbkeit in ihrem zweiten Sein sich nicht als die erkennt, die in ihrem ersten Leibe gefehlt oder gelitten, so ist die Lösung ja wieder unzureichend. Wir haben nun freilich eine schier unübersehbare Literatur auf diesem Gebiete. Aber in all den Lehren von der SceLnwanderung hören wir nur Postulate, Aussagen, ohne jeden Versuch, sie dem menschlichen Vorstellungsvermögen annehoibar zu machen oder geradezu kindliche, um nicht zu sagen kindische Behauptungen. Mit Fechners Seelenlehre eröffnet sich hier eine wunderbare Aussicht. Er hat sie selbst nicht so sehr ausgeraalt, weil ihm ja in letzter Linie nur daran liegt, zu zeigen, wie wir nachdem wir bisher nur auf der Erde gelebt i n unserem irdischen Leib, nun sie selbst als himmlischen Körper bewohnen, wie wir einen unfassbar erweiterten Leib besitzen und dann auch eine dementsprechend erweiterte Seele unser eigen nennen werden. Das Hinauswirkea dieser Seele kann aber ins so grenzenlose gedacht werden — Fechner hat in Zend-Avesta viele Beispiele dafür erbracht — dass es uns vielleicht zur Lösung mancher Fragen noch mehr bietet als die Annahme der Seelenwanderung. Jedenfalls ist diese selbst auf Grund der Seelenlehre Fechners etwas verstandesgemäss