Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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r YV. 31 mystischen Theorien zu greifen, die an Stelle des einen Geheimnisses ein grösseres setzen. Wir haben bei alledem die ganze Welt der kabbalistischen Vorstellungen ausser Acht gelassen. Dass hier — soweit es sich um vorstellbare Gedanken handelt — unzählige Beruhrungs-״ punkte mit dem Fechnerschen Weltbild aufzuzeigen sind, ist jedem klar, der auch nur eine oberfiäcnliche Kenntnis der Ideenwelt der Kabbala besitzt. Aber wir wollten durchaus im Rahmen des kn Allgemeinbewusstsein herrschenden jüdischreligiösen Weltbildes bleiben. Nur ein Beispiel sei erwähnt, bei dem mit wenigen Worten die Parallele gezogen werden R. Chajiui Woloschin hat in seinem -"נפ*צ י.־ die Dreiteilung der Seele in נפ*צ. ליד• נ״טפה so erklärt, dass -נפי die hier im Leibe auf Erden befindliche Seele, ״:r; der bei Gott droben weilende Teil, das לדרק אלד כפעל während ליד die Verbindung herstellt zwischen der irdischen und der himmlischen Seele. Wie wird diese in der erwähnten Formulierung zunächst äusserliehe Lehre verinnerlicht und verlebendigt durch die Vermittlung, die der Erdgeist zwischen der einzelnen irdischen Seele und dem göttlichen Allgeist übernimmt. Ueberhaupt — wollten wir die ganze Ideengruppe des ילפ דאציליר> aufrollen, wollten wir jene Wechselwirkung zwischen der Tätigkeit des Geistes hienieden uud der dadurch ausgelusten ל׳צפעל von oben heranziehen, die Lehre von den Kanälen, die die beiden Welten verbinden, wir kämen nicht zu Ende. Lmd dann die Seelenwanderung! Es ist üblich, wenn man sich zu ihr bekennt, sich grosse Namen zur Hilfe zu holen, dass ein Lessing, dass ein Goethe au sie geglaubt habe! Es ist für die Sache gleichgültig, ob dkse Heroen der Literatur in metaphysischen Fragen gerade diesen Weg gefunden. Aber ebensowenig darf es uns schrecken, dass keiner unserer bekannten Religionsphilosophen sie eigentlich vertreten hat. Sie wird nicht nur von unserem Verstand, sondern auch von unserem religiösen Empfinden gefordert. Es kt so gar nicht recht zu begreifen, dass dies unendlich kurze Leben auch seinen geistigen Abschluss mit der einmaligen Erscheinung im Diesseits findeD,