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Jeschurun · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 22 (sequence 22)
Language
German
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2 2 Fechnpr'8 Seelenl^hre usw. selbst im ganzen ein, sondern er bleibt weiter wach und bei vollem Bewusstsein seinerselbst. Der Tod eines Menschen bedeutet für den höheren Geist nur eine partielle Verdunkelung seines Anschauungsleben wahrend seines Wachens, wie wir während des Wachens einen Sinn schliessen können und gleichzeitig dabei die anderen Sinne offen behalten. Die ausgeführte Analogie bringt uns aber auch dem Gedanken näher, dass wir in jenem Leben zum höheren Geiste in ein bewussteres Verhältnis treten werden als hienieden. Das Anschauungsbild steht unserem Geiste immer wie etwas Aeusserlieh es, Fremdes gegenüber: erst die Erinnerung fühlt der Geist ganz als sein eigen. So wird auch der höhere Geist nach unserem Tode noch in einer anderen Weise als jetzt fühlen, dass wir sein sind, und indem e r es fühlt, werden w i r es mitfühlen. Der höhere Geist wird dann erst recht frei und selbsttätig mit uns im Jenseits zu wirken und zu schaffen anfangen, und wir werden uns dort als seine selbsttätigen Werkzeuge fühlen. Zunächst ist es ja der Geist der Erde, dem wir angehören, aber dieser ist nur die Vermittelung, wodurch die irdischen Einzelgeister alle in Gott sind. So hat man denn mit Recht das gegenseitige Leben so aufgefasst, dass es den Menschen mit dem höchsten Wesen in Innigere Beziehungen setzt.*) Für unser geistiges Leben sind bekanntlich die Beziehungen am bedeutendsten, die auf Grund ihrer innerlichen Uebereinsti mmung nach Ursprung, Wesen und Wert oder nach ihrer Verschiedenheit geschlossen werden. Alle Anschauungen von Bäumen, die in Zeit und Raum noch so weit von einander ent fernt jemals in unser Bewusstsein eingetreten sind, vereinigen sich in der Erinnerung ausschliesslich nach dem Begriff Baum; und 80 ordnen sich weiter alle Bäume, Sträuche. Kräuter unserer Erinnerung bloss nach der Aehnlichkeit in den höheren Begriff des Pflanzenreichs ein u. s. f. So tritt in unserem ganzen geistigen Leben überall das Bestreben zutage, die Gesamtheit 1j Zend-Avest» II. S. 1S7—213.

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