Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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18 F**chner־s Seol^nlohro usw. sich ergebenden Folgerung auch nicht entziehen^ Und wenn wir obenJ) die innige Verknüpfung des göttlichen Geistes mit allem, was auf Erden sich regt und bewegt, ja aucjh mit dem Reich der Pflanzen im jüdisch-religiösen Weltbild wie4er^an<^en> so dürfen wir auch mit dieser Form, wie sie nun einma.! in der Manifestation Gottes in dieser Welt gegeben ist, ä\\e Kot- Wendigkeit des Uebels als eines Teils dieser Selbstofienb\arun0 anerkennen. Unsere Bibel ist voll von Bezeichnungen •! der Aflektionen Gottes, Talmud und Midrasch sprechen von Gottes Leiden und seiner Not. Wer nicht nach Maimonides rationS^- listiscb hinweginterpretieren will, (auch der beliebte Ausweg alles als Anthropomorphismus zu nehmen, hat schliesslich^ seine Grenze), und wer nicht andrerseits sich in die Regionen einer Mystik versteigen will, in der jede Klarheit der Vor- Stellung verschw indet, wird zugeben müssen, dassdie Anschaulichkeit, mit der hier für die Notwendigkeit des Uebels eine Erklärung uns vor Augen tritt, ein Gewinn auch für die jüdisch-religiöse Auffassung ist. Hier haben wir die Mitte zwischen den beiden für uns unmöglichen Annahmen, der eines allmächtigen und allgütigen Gottes, der das Uebel will, und der einer völligen Verselbständigung der Macht des Bösen. Die bedeutsamsten Folgerungen ergeben sich aus Fecbners Seelentheorie für die Unsterblichkeitslehre. Der Geist des Menschen lebt, wie wir sahen, als ein Erzeugnis des höheren Geistes. Es läge nahe, nun mit den Leugnern der Unsterblichkeit in alter und neuer Zeit anzunehmen, dass ebenso wie der Leib des Menschen nach dein Tode wieder iu den allgemeinen Leib der Natur aufgeht, so auch der Geist nach dem Tode in die Allgemeinheit des höheren Geistes zerfliesst. Aber jener Erdgeist ist ja eben nicht als ein ״allgemeiner Geist“ mit den unbestimmtesten Qualitäten zu fassen. Wir haben festgestellt, dass er in uns lebt, an allem, was sich in uns abspielt, teilnimmt, unsere Gedanken Gefühle und Willensakte die seinen, wir als Individuen selbständige Teile »einer