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Jeschurun · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Fe׳jlmer’s Soeienlehro uaw. 15 höheren Willen vermögen. Hiermit hat aber unser Wille die Freiheit, die man für ihn ausser Gott sucht, ebenso in ihm. Die Möglichkeit des Widerstrebens gegen Gottes Willen ist sicher nicht die beste Seite an dem menschlichen Willen, aber das gevrisseste Zeichen der Freiheit und Unabhängigkeit1). Fechner hat sich mit einer Reihe von Ein wanden gegen diese seine Erklärung des Ausgleichs der Willensfreiheit mit der Allmacht Gotte3 auseinandergesetzt2). Es ist schade, dass wir das hier nicht anführen können, denn Fechners Ideen werden gerade iu dieser Polemik, die. ihm Gelegenheit gibt, immer neue Bilder und Analogieea beizubringen, dem Verstäadnis näher gebracht. Die kurze obige Darstellung reicht aber dazu aus, um zu zeigen, wie viel vorstellbarer und einleuchtender jetzt die alte Antwort unserer jüdischen Religion«- philcsophen wird: Gott habe sich eines Teiles seiner Allmacht begeben zu Gunsten der menschlichen Willensfreiheit, eine Antwort, die doch schliesslich nur die Konstatierung des Problems und vor allem nur ein äusserlich formuliertes Dogma ist, unter dem man sieb nichts Rechtes denken kann. In den gleichen Gedankengängen bewegt sieb nun die Erklämug des Vorhandenseins des Bösen in der Welt. Auch hier handelt es sich um eine Beschränkung der Allmacht Gottes Für das moralische Lebe!. die Sünde, kommen wir ja, wie wir gesehen, nicht ohne diese Beschränkung der Allmacht Gottes aus. Hier fällt das Problem mit dem der menschlichen Willensfreiheit zusammen. Sollte der Mensch frei sein, dann musste ihm : uch die Möglichkeit des Sündigens gegeben werden, damit ist aber die Notwendigkeit des moralischen Bösen von selbst geeetzt. Wie aber erklärt man das physische Cebel in der Welt, die Fülle der Leiden, denen die Wesen auf Erden anheimfallen, und vor allem das metaphysische Uebel, die Fülle des Unvollkommenen in der Welt, die es uns schwer macht, ג) V״l. Fechuer: Zur Seelesfrage י S. 119ff. ־) a. s. 0 S. 133 ff. Zfn l־Avesta II S. $5—117. Pie Tagesaiisicht S. 164 ff.

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