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Jeschurun · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Fcchiior s Soeie:1Ujhre usw. das andererseits Gottes Allmacht und Allwissenheit nicht beschränken kann und will. Und ebenso kann der strenge Monotheismussich mit dem Vorhandensein des metaphysischen, physischen und moralischen Uebels nicht abfinden. Es kann, wie schon einmal gesagt, und wie das alle bisher unternommenen Versuche lehren, für derartige Probleme, die ja deshalb Probleme sind, weil uns das Wesen Gottes und seiner Attribute auf Grund unserer durch das irdische Dasein beschränkten Erkenntnisfähigkeit Probleme bleiben müssen, keine klaren und durchsichtigen Losungen geben. Immerhin bleibt viel gewonnen, wenn wir die Schrofilieit des Gegensätzlichen zu mildern vermögen und die Reichweite des Vorstellbaren hinaufrücken. Dazu bietet die Lehre Fechners eine Handhabe. In der menschlichen Seele ist der Wille nicht das einzige selbstätige Vermögen. Wieviele Gedanken entstehen, wieviele Triebe gehen ohne, ja wider unseren Willen! Das gleiche Verhältnis haben wir uns zwischen dem durch Vermittlung des Erdgeistes in Gott verankerten Willen und Gottes Willen zu denken. Es ist ja nicht so, dass unsere Seele von der Gottes völlig losgelöst ist, alles was wir denken, fühlen und w011׳en sind ja Erlebnisse des Erdgeistes, wie das oben geschildert worden ist, und damit auch Vorgänge in Gottes Geiste. Nur das unsere letzten und entscheidensten Willensakte sich hier nicht anders ausnehmen als wie in unserem Seelenleben die dunkelsten und zum Teil unbewussten Triebe. Freilich hiesse es den menschlichen Willen herabsetzen, wollte man ihn mit dem Triebleben vergleichen. Der Wille ist etwas unsagbar Höheres als die Triebe. Aber dafür 8011 er ja כביבול ein Triebleben in Gott sein, und Gottes Wille ist dann auch ein unvergleichlich Höheres als der Wille des Menschen. Bei aller Unvergleichbarkeit unserer Triebe mit unserem Willen und unseres Willens mit dem göttlichen Willen kann doch das jeweilig Niedrige und jeweilig Höhere untereinander vergleichbar sein. Was also unser Trieb gegen unseren 60 viel höheren Willen kam, wird auch unser Wille gegen Gottes unvergleichbar

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