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Jeschurun · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Fechner's Seel^n'ehre usw. 13 zu bringen, so erklärt, dass der Sturm freilich durch die Gesetze der Bewegungen in der Atmosphäre unbedingt an einem bestimmten Zeitpunkt einsetzen musste, dass aber der Entschluss des ertrunkenen Menschen, gerade dies Schifl zu benutzen, von Gott gefugt ist. Diese Einwirkung Gottes auf den Geist des Menschen, und diese muss doch in ununterbrochener Reihenfolge gedacht werden, wie die הע;ד.ר• פיט־ת sieh man möchte sagen jeden Augenblick vollzieht — ist viel leichter vorstellbar wenn wir uns die Seele des Menschen hienieden durch das Mittelglied des Erdgeistes an Gott geknöpft denken, wenn gewissermassen in Gott selbst sich alle die Vorgänge vollziehen: die Willensakte des Menschen und die Reaktionen der Vorsehung. Immer muss betont werden, dass die Tatsache der העגהה פרשית für unser Denken auch so nicht wie ein Rechenexempel glatt aufgeht. Ist sie doch das Wunder aller Wunder, ein ununterbrochenes Eingreifen in die Kette des Kausal- Zusammenhangs. Aber sie wird mit Hilfe jener Anschauungen in einem höheren Grade vorstellbar. Mit Fechners Seelenlehre wird aber auch zwei anderen Problemen der jüdischen Religionsphilosophie ihre besondere Schärfe genommen, wir sagen nicht, dass sie mit ihr gelöst werden, denn eine restlose Losung gibt es für sie überhaupt nicht; wir meinen: das Problem der Willensfreiheit und das der Existenz des Bosen in der Welt, beide im Widerspruch mit den Attributen der Allmacht, der Allweisheit (hier Vorherwissen) und Allgüte Gottes. Diese Probleme sind auch solche für die nichtjüdischen Religionen. Aber nicht in jener Schärfe. Das Christentum findet sich in eigentümlichen theologischen Begründungen bei vielen seiner Vertreter mit der Läugnung der Willensfreiheit ab. Augustin, Zwingli, Calvin, Luther u. a. neigten zum Determinismus. Und ebenso ist das Problem des Bösen für den Christen, der den Dualismus des Reiches Gottes und das des Satans bekennt, eigentlich mehr kein Problem. Wohl aber für das Judentum, dem einerseits בדדיה die freie Wahl für d;e Religion des Gesetzes ja Grundpfeiler und Eckstein wird, und

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