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Jeschurun · 1925-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1925) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1925)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1925)
Date
1925-01-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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?^^TiaXZ^SZSSZ5^-T^S^ g£JJST5S■ 2 F^cbn^r’*» Se*»3erf!phr׳* u5w. halb der Natur zu tilgen. Und in der nachbiblisehon Periode hat sich die starre Scheidung zwischen Körper uud Geist, die geradezu feindliche Stellung von Seele zu Leib, die aus der griechischen Philosophie stammt, auch in den jüdischen Köpfen so sehr festgesetzt, dass auch innerhalb des Judentums Gott und Welt, die Seele des Menschen mul sein Leib, das Reich der Geister und das Leben auf der Erde abgrundtief auseinanderklaffte. Und dennoch! in beiden Perioden wurzelt jenes Ueberzeugtsein von der Beseeltheit des Universums tief im Volks* empfinden und das Schönste, das in der Sprache unserer Pro• pheten und Sänger gesagt, das Tiefste, das später unsere Denker gedacht, ist nur zu erklären aus jener Urerinnerung von der lebendigen Einheit, die Gott und Welt verknüpft, die wie in der Menschheit so vor allem im Judentum von Anbeginn der Zeiten sich erhalten hat. War ja überhaupt für das Altertum die Natur in einem ganz anderen Grade beseelt als für uns. Und das nicht minder für die Juden jener Zeit wie für die anderen Völker. Sicher haben die Propheten und Sänger der Bibel die Naturgebilde und Naturerscheinungen nicht vergöttert, wie es in den! Weltbilde der Heiden sich darstellt. Aber sie haben mit der Natur sich ganz anders seelisch verbunden gefühlt als wir es heute nur irgendwie nach empfinden. Nicht etwa in der Art, dass sie die Natur : Wald und Wiesen, Strom, Bäche und Quellen, Berge und Täler und alles, was drin lebt und webt, mit sentimentaler Nat ursch wärmere i betrachteten, die hier das Gefühl des Erhabenen, dort das des Anmutigen auslöst. Diese Art der Naturbetraehtiing ist ja erst ein Produkt der letzten Jahrhunderte und war den Alten ebenso fremd, wie sie heute noch den Bauern des Ackers und den von der Kultur nicht beeinflussten Eingeborener der Bergwelt unverständlich ist. Aber in der naiven allein auf der Natur gestellten Seelen Verfassung fühlten sie sich eins mit der Natur, sie lebten mit den Bäumen des Waldes, mit den Blumen der Wiesen, mit den Tieren, die sie gezähmt oder denen sie in der Wildnis

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