Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1925)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1925)
- Date
- 1925-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2292929-2293034-2293036--07375-2300657- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
n 33SSg£ ■jwmbi 12. Jahrgang 5685 עגמ — מגת Heft 1/2 Januar — Februar 1925 Fechner’s Seelenlehre und das jüdisch-religiöse Weltbild. (Schluss.) Auf den ersten Anblick erscheint Fechners Seelenlehre dem jüdisch-religiösen Weltbild fremd. Auch hier *die Nacht• ansickt“, wie Fechner die gewöhnliche Vorstellung nennt. Denn wir entfernen uns ja ebenso sehr von der Wahrheit, wenn wir den Geist ans der Welt vertreiben, die Welt von Gott loslösen und Gott völlig ohne jede innere Beziehung zur Welt als reinen Geist transcendent über der Welt walten lassen, wie wenn wir nur die Materie als das wahrhaft Seiende anerkennen und das Wirken des Geistes leugnen. Aber das ist nur scheinbar. Wie diese rein transcendente Anschauung des Judentums, die mit der Ent seelung der Natur Iland in Hand ging, zur Herrschaft gelangt ist, ist leicht einzusehen In der klassischen Periode der biblischen Zeit war es der Kampf um die Reinheit des Monotheismus, der hier von eingreifender Wirkung war. Da das Heidentum die Natur nicht nur als das Feld der Wirksamkeit des allgegenwärtigen einig-einzigen Gottes ansah — darin bestand eben auch nach Fechner der Abfall der Menschheit von der ursprünglichen monotheistisch •monistischen Einstellung — da es die Natur im eigentlichen Sinne des Wortes vergötterte, alle Naturkräfte und Naturerscheinungen, Quelle und Hain, und Tiere und Bäume zu selbständigen Göttern verkörperte, so war zunächst zur Festigung und Sicherung des reinen Gottesbegriffes jede Erinnerung an eine Geisterwelt inner- 1