Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 552 (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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552 Volksschule oder höhere Schule? Prüfung einrichten, welche eine bestimmte Reife in Bezug auf die aUgemeine and jüdische Bildung festznstcUea hat Damit wäre für die jüdische Aligemeinheit die Möglichkeit geschaffen, einen bestimmten Grad der Biidang offiziell festzustellen. Aach die finanzielle Frage scheint mir keine unüberwindlichen Schwierigkeiten zu bereiten, wenn ich auch die grossen Bedenken nicht verkenne. Aber an Stelle des für die Volksschule fehlenden Schulgeldes wäre ein allgemeiner Beitrag für Schulzwecke zu erheben, und ich kann mir nicht vorstellen, dass Mitglieder einer wahrhaft jüdischen Gemeinde sich dieser dringenden Pflicht entziehen würden. Es wäre traurig um unsere קהלות bestellt, wenn für die Aufgabe, für למוד התורה in bester Weise za sorgen, nicht die Mittel aufgebracht werden könnten. Mit den vorstehenden Ausführungen sollte noch kein feststehendes endgültiges Programm aufgestelit werden, nur als Anregung waren sie gedacht, als Anregung zu einer JDisskussion oder besser noch — zur Tat! Büc־herbesprecht1ng־«a. J. Benzingcr Geschichte Israels bis auf die griechische Zeit 3. verbesserte Auflage. Sammlung Göschen. Walter de Gruyter & Co., Berlin und Leipzig 1924. Wenn irgend etwas die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Bibelkritik und der religionsgeschichtlichen Betrachtungsweise der jüdischen Literaturdenkmäler aufweist, so sind es Büchlein, wie das Vorliegende. Au 146 Seiten dieser bekannten Sammlung erhalten wir von einer der ersten Autoritäten ohne die Breite und den Schwung der Sprache, die in den grossen Werken gegen die Kraft der Beweise mancherlei Misstrauen erregen, eine Darstellung, die 80 ziemlich in allen Punkten sich im Widersprach stellt za dem, was unsere Ueberlieferung sagt. Die berühmten Funde der letzten Jahrzehnte dienen wohl dazu, manches in d*r von der Bibel dargestellten Geschichte als historisch zu erhärten, viel öfters aber am darch die Auf- Weisung von Paralielerscheinungen bei den anderen Völkern, den mythischen Charakter der geschichtlichen Erzählungen zu betonen. Sympathisch berührt die Objektivität des Vf., der sich nirgends auf eine Wertung vom christlichtheologischen Standpunkt einlässt. Meisterhaft ist die Kürze der Darstellung, die auf so engem Raum nicht nur eine Geschichte von fast 20C0 Jahren gibt, ohne dass diese den Charakter eines trockenen Abrisses erhält, sondern auch die Literatur, die Religion, die Kultur und das Folkloristische in allen wesentlichen Punkten Vorfahrt. h.