Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 546 (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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M6 Ueber die sittliche Welt das Seelische oder Bewusstseinshafte wohl in Verbindung mit dem Körperhaften, aber jedenfalls nicht adaequat ausdrückbar in ihm. Diesem Seelischen, Bewusstseinshaften müssen wir eine Daseinsform höchst innerlicher Natur ganz selbständig vindizieren. Und doch kann es niemals anders als in irgend einer körperliehen Umhüllung erscheinen. Auch wenn wir davon sprechen, selbst daran denken, haften ihm noch die Körperzeichen unserer Sprache und unseres Denkens an. Doch als innere Schau — nie restlos ausdrückbar und daher immer neue Bemühung — lebt ebenso innerlich im tiefen Betrachter des anderen Menschen Wesensart, sein eigentlicher seelischer Sinn, die seelische Existenz —, und an aUer Körperlichkeit wird sie dann symbolisiert und fixiert. Doch bleibt es nur ein immer stetig zu erneuernder Versuch, und des Menschen innerstes Wesen und Sinnfülle ist immerdar nur einem geistigen Auge enthüllt. — * * * Wie wir sehen, schliesst sich dem affektiven Bewusstsein im sittlichen Leben die Welt zur Einheit. Diese Einheit selbst wird dynamisch vollzogen, in der Dynamik der sittlichen Existenz. Die Welt des Ideals: Das ist die Welt der sittlichen Idee und deren Verwirklichung. Wir werden noch sehen, wie sich in der höheren Anschauungswelt das sittliche Leben zu einer im höchsten Wesen begründeten Weltexistenz bringt, und wie es in ihm als ein notwendiges Prinzip und als notwendige Existenzform zu Anschauung sich erhebt. In der Ganzheit der Gottes- Schau erschauen wir die Sittlichkeit als ihm zugehörig mit. In Gott wird die Sittlichkeit als. sinnlich-übersinnliche Macht umfassend begriffen. — Sifre zu Deut. 34,7. Von Rabbiner Dr. Kaatz, Hindenburg O/S. Eine rätselhafte Stelle, um deren Erklärung viele sich gemüht haben, ist der Satz des R. Elieser ben Jakob im Sifre zu Deut. 34, 7. Derselbe lautet;