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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 545

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 545 (sequence 71)
Language
German
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Ueber die sittliche Welt 545 Besitztums trostreich gewirkt. Was verlierbar war, es ging verloren Aber das Unverlierbare wirkt ewig fort und immerdar — von Geschlecht zu Geschlecht. * * * Hier ist eine Bemerkung physiognomischer Natur von weitreichender methaphysischer Bedeutung nicht zu unterdrücken. Was ist eigentlich der einzelne Mensch in seinem Wesen und eigentlichen Sinn? Wir sehen einen Körper mit Gliedmassen, einen Kopf mit Haaren und Ohren, das Gesicht mit Stirn, Au2:en, Nase, Mund und Wangen. All das macht — körperlich gesprochen, — zunächst die empirische Existenz aus. und das ist’8, was einer so vom Anderen zunächst erfährt. Wenn wir gelehrt, erfahren und belesen sind, ist auch noch einiges über den ganzen inneren Körperorganismus bekannt. Und wenn wir mit einem Menschen sprechen oder ihn betrachten, sehen wir durch diese ganze körperliche Existenz sein Seelenhaftes leuchten, den ganzen inneren Bewusstseinsmenschen, über dessen Natur die psychologische und physiopsychologische Betrachtung uns Einiges, wenn auch kaum bislang Befriedigendes zu berichten weiss. Nun ist es so aufschlussreich, dieser Art von Beziehung zwischen Bewusstseinsnatur und Körpernatur nachzugehen und sich einmal zu vergegenwärtigen, was eigentlich am Menschen das ist, was sein Wesen ausmacht. Erfahren wir es je? Und wie erfahren wir es? Und sind eigentlich alle diese seelisch getönten Körperzeichen das, was der andere innere Mensch ist? Und wie wirkt sich nun dieser ganze innere Mensch an seiner Körperhülle aus? So trennt sich schon das Seelentum von der körperlichen Existenz, und muss ihr im Auge des Betrachters durchaus nicht immer adaequafc erscheinen, so gewiss sie beide den einzelnen Menschen konstituieren. Indem sich so das Seelentum vollzieht, schwebt es als eine Art Schleier und Magie über aller körperlieber Daseinsart. Gewiss: in Gebärde und Tanz, in Sprache und Gesang, in Blick und Haltung kann sich das Innere so wohl enthüllen, aber doch ebensowohl verbergen. Und so bleibt

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