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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 543

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 543 (sequence 69)
Language
German
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Ueber die sittliche Welt 648 ist in den Zügen leuchtend ausgebildet und doch schon eia wenig geglättet, Wir fühlen: aufstehen könnte er fast und wieder unter uns wandeln. Aber er hat das Ewige ja gefunden und ist eingegangen in Gott. Was sollte er, der schon dieses Letzte geschaut, in unserer Welt des Kleinmut und der menschlichen Verirrung noch bezwecken wollen? So liegt er und geht seinem doppelten Schicksal entgegen Der geliebte Körper wird trauernd in die Erde versenkt, er lässt’s ruhig und dankbar mit sich geschehen. Als segnete er uns alle, die wir uns so trauernd um ihn bemühen. Und zugleich weht uns. Anderen, denen das Gleiche einst geschehen wird, der Hauch der Ewigkeit an. In diesem Toten haben wir ein Geheimnis begraben. Zelem Elaukim: Ebenbild und Gleichnis Gottes. — Hier ohne diesen letzten Weltgrund die seelischen Zustände adaequat auszudrücken, wäre unmöglich. Daher haben wir in den letzten Ausführungen mehrmals den lezten Seins- und Weltgrund, Gott, zur Explikation und Erläuterung herangezogen. An der späteren Stelle werde ich dann das Wesentliche darüber sagen, uud um das Gegenwärtige ganz zu verstehen, ist es vielleicht notwendig, nach Kenntnisnahme des Ganzen, besonders aber der bestimmten hier vertretenen Lehre vonGott nochmals die Untersuchung und alle fraglichen Stellen zu durchdenken. Denn unsere Darstellung ist wohl aufbauend und hinfuhrend, aber ihr zu Grunde liegt doch eine bestimmte Totalansicht, die aus dem Ganzen erst verständlich werden kann, und aus der wiederum erst das Ganze verständlich wird. — -* * Am Tode erfahren wir des Menschen Ewigkeit in innerer Gewissheit, Ueber die Art dieser Gewissheit wird an späterer Stelle das Erforderliche ausgeführt. Halten wir uns zunächst nicht an das Methodische, sondern an das Erlebnis. Des Menschen Ewigkeit erfahren wir an seinem Tode. Uns scheint: Nun ist ein kurzer Erdenwandel beendet, aber ein Ewig-Unvergängliches besteht noch weiter. Nicht verloren kann dies gehen, und wir leben mit dem Verstorbenen in geheimnis-

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