Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 533 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Die jüdische Geschichte usw. 583 Die erste grosse Periode der jüdischen Geschichte geht zu Ende. Für nur zu lange Dauer hört Palästina auf, Kulturzentrum des jüdischen Volkes zu sein. Jetzt beginnt die eigentliche Zeit der Galut, der Verbannung, nicht mit dem Falle de3 Heiligtiimes. Der Hadrianische Krieg hatte endgiltig die nationale Widerstandskraft gegen Rom gebrochen; das Zeitalter Rabbis brachte den Verzicht auf eine neue Erhebung. Alle Kräfte konzentrierten sich jetzt auf die Zusammenfassung der geistigen Kulturgüter. Bei aller Liebe für das Heilige Land tritt die Sehnsucht, in ihm zu wohnen, allmählich zurück. Hervorragende Schüler Rabbis sehen die Zukunft des ungestörten Torastudiums in Babylonien und wenden sich dorthin. . Als teuersten Schatz und Schutz nimmt das jüdische Volk neben den heiligen Schriften der Bibel die in der Mischna festgefügte mündliche Lehre mit auf die Wanderschaft. In siebzehnhundert Jcihren wird Israel zum Phänomen eines Volkes ohne Land, ja ohne einheiiliche Sprache, das nicht nur weiter lebt, sondern sich weiter entwickelt, das fortwährenden Einflössen seiner Wirtsvölker ausgesetzt ist und diese beeinflusst und doch alle Zeiten und Länder hindurch in seinen besten Söhnen sich treu bleibt als das Gttesvolk, seine Aufgabe darin sehend, die Herrschaft Gttes auf sich zu nehmen und sie in den Völkern der Erde zu künden. (Sehiu33 folgt) Ueber die sittliche Welt. Aus dem unveroffentlichen Buche: ״Dis religiöse Existenz“. Von Dr. Herrn aasa Weyl, Frankfurt am Main. Die Selbsterkenntnis aber ist das Licht, das unserer Wirrsal leuchtet. In der Selbsterkenntnis werden wir uns selbst zum Gegenstand der Erkenntnis, in unserer ganzen Persönlichkeitsfülie. Hier möchten wir uns erfassen in unserer eigentlichen Wesensart. Schon dass diese Aufgabe überhaupt gestellt wird, setzt tiefste