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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 525

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 525 (sequence 51)
Language
German
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Die jüdische Geschichte usw f*25 tration war es Israers Aufgabe, der Welt zu beweisen. dass die Kraft des Ethos, der Selbstweihe an das Gttesgebot, stark macht und hoher steht als alle Güter weltlicher Machtstaaten. Das der Gtteslehre unterstehende Wirtschaftsleben Israels sollte die Völker der Welt zur Erkenntnis führen, dass auf dem Tempelberge Zions die Quelle des Heiligen im Leben der Einzelnen und der Völker zu finden sei. — Das Ideal der Volksheiligimg ist Ideal geblieben. Am Widerspruch zwischen Sein und Sollen zerschellte der Staat. Schon wenige Jahrzehnte nach Erbauung des Tempels klaffte jener furchtbare Riss, der den grössten Teil des Volkes abtrennte, und nach jahrhundertelangem Afcf- und Abwogen zwischen Erhebung zu Gtt und Fall zum Heidentum zerbrach auch der judäiscbe Staat. Aber als unvergängliche Frucht dieses Kampfes erstanden die Propheten, die als Mahner und Erheber des jüdischen Volkes sittliche Werte lösten, die es heraushoben aus der Gebundenheit an Land und Staat. Jene Gedanken und tiefster Urgrund der Gtteslehre, denen ein Amos, ein Micha und die vielen anderen Männer der Gttesbegeisterung und Volkesliebe, Worte verliehen, sie wurden die Erzieher des dem drohenden Untergang zustrebenden Volkes, aber gleichzeitig ewiger Besitz für die lange Dauer des Jahrhunderts der Bedrückung und Zerstreuung. Sie waren auch die Künder des Gttesgedankens auf Erden, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergange. Sie sind der Samen des Sittlichen in den Kulturen so vieler Nationen. Beladen mit der Vergangenheit und der Schuld der eigenen, aber auch gestärkt durch die Lehren des Gtteswortes, muss das Volk des Jechonja und des Zidkija in die Verbannung nach Babylon ziehen, um hier in der Heimat seines ersten Stammvaters eine Erneuerung zu erleben. Vom babylonischen Exil bis zum Ende des Perserreiches. Die Jahre des babylonischen Exils waren eine Zeit der Läuterung für Israel. Gar viele mögen allerdings der Nation verloren gegangen sein durch Assimilation an das siegreiche

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