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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 500

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 500 (sequence 26)
Language
German
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500 Fechner’s Seelenlebre usw. vielleicht überzeugendsten Partieen seiner Werke, wo er von den Dingen des Jenseits spricht. Es ist nach Fechner der menschliche Geist in Gott nichts anderes als wie das Anschauungsleben im Menschen hienieden. Und wie diese Anschauung im Erinnerungsbild sich ein Bleibendes erringt und die Erinnerung fortdauert, wenn auch der Gegenstand der Anschauung geschwunden, so bleibt auch nach dem Tode des Menschen in Gott diese Summe der Erinnerungsbilder weiter bestehen. F. gelingt es durch eine Fülle von Analogieen glaubhaft zu machen, dass diese Erinnerungsbilder in Gott sich um ihren ursprünglichen Kernpunkt gruppieren und so die Individualität des Verstorbenen in das Jenseits hinüber gerettet und die Unsterblichkeit der Person gewahrt wird. Er zeigt, wie Geburt und Tod durchaus parallele Erscheinungen sind, hier das Erwachen des Embryo aus einem unbewussten Trieb־ leben zu einem höheren Bewusstsein, dort das Erwachen des Individuums aus einem beschränkten zu einem höheren Geistesleben, beide Uebergänge für das Wesen mit Schmerz verbunden und widerwillig durchlaufen. Er schildert das Leben dieser in Gott erwachten Geister, ihr Wirken auf einander, ihre Beziehungen zur Erde, gebend und nehmend. Er schildert, wie es der grösste Schmerz der hier auf Erden in Begierde und Schlechtigkeit versunkenen mit Freveltaten befleckten ist, sich in Vergleich mit den vollkommenen Seelen zu sehen, verurteilt, von ihnen in der Vorstellung Gottes immer verdrängt zu werden, bis sie völlig überwunden sind. Und all das bautFeckner aufseinen Veraussetzungen auf klar und durchsichtig nach dem Bilde der Dinge dieser Welt, ohne dass wir in das Gebiet eigentlicher Mystik geführt werden. F. weiss und betont es vielfach, dass er mit seiner ״Tagesansicht“ mit manchen Dogmen des Christentums in Widerstreit gerät. Viel mehr lassen sich unserer Ueberzeugubg nach die des Judentums mit seinem Weltbild in Einklang bringen. Ist doch bei uns nicht die Schwierigkeit zu überwinden, die die Trinitätslehre, das sichtbare Erscheinen Gottes auf Erden, die Spaltung der Welt in ein Reich des Lichts und in ein Reich

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