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Jeschurun · 1924-11-01 · Heft 11-12 (November 1924) · p. Seite 484

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 11-12 (November 1924)
Date
1924-11-01
Page
Seite 484 (sequence 10)
Language
German
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484 Fechner’s Seelenlehre usw. der Schilderung wird der Leser so überwältigt, dass es kaum möglich erscheint, sich dem Bann dieser geradezu fortreissenden Beweisführung zu entziehen. Gerade hier, wo es sich letzen Endes um Dinge handelt,, die nicht experimentell und nicht durch zwingende Schlüsse bewiesen werden können, wo man an den Glauben appelliert, ist die Fülle des Lichts, die durch die immer wiederholte und mannigfach gestaltete Beleuchtung auf den Gegenstand fällt, alles. Man wolle die Ueberzeugungskraft, die Fechner’s Ausführungen über das Seelenleben der Pflanze innewohnt, nicht nach dem Wenigen beurteilen, das wir darüber gesagt. Fechner sagt einmal, in Berücksichtigung der Einwände, die ihm natürlich von fachwissenschaftlicher Seite gemacht wurden, dass ein brasilianischer Urwald mit Millionen von Seelen auch keine Kleinigkeit sei. Er kämpft aber vor allem so sehr für die Seele der Pflanzen, weil er das Reich der Beseelten nach unten ausdehnen muss, 8011 er es mit guten Gründen auch nach oben über den Menschen hinaus erweitern können. Den uralten Glauben an die himmlischen Wesen will er philosophisch begründen, der tiefste Grund dieser seiner Metaphysik wurzelt aber darin, dass wie alles Körper auch alles Seele ist. Den Konsequenzen, die aus dieser mit dem Spinozismus so verwandten Auffassung, für den theistischen Glauben fliessen könnten, entgeht er dadurch, dass er Gott nicht nur i n der Welt, sondern auch über der Welt wirken lässt. Doch davon später. Die Seele, die F. aber hienieden als über der der Menschen stehend annimmt, ist die Seele der Erde. Wiederum. ist es nicht möglich, was Fechner in einer grossen Zahl von Werken und vor allem in einem grossen Teil seines Zend-A vesta, einem Werke von 800 Seiten gesagt hat, mit der gleichen Beweiskraft in wenigen Strichen zu zeichnen. Nun als ein Beispiel der oft geradezu prophetischen Sprache eine Stelle aus den ״Vorläufigen Betrachtungen״: Tritt hinaus an das Meeresufer höre, sieh die Welle, wie sie an das Ufer schlägt, wie eine Welle nach der anderen kommt,

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