Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1924)
- Date
- 1924-11-01
- Page
- Seite 480 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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48 J Fechner’s Seelenlehre usw. und der Tiere. Wir haben uns das Bewusstsein sowohl nach unten fortgesetzt zu denken, auf die gesamte *Pflanzenwelt, wie nach oben über die Menschen hinaus, sodass wir dann zu höheren Wesen gelangen, die die Brücke bilden zwischen Gott und dem Menschen. Um diese Idee verständlich zu machen, sei einen Augenblick bei Fechners Theorie von der Beseeltheit der Pflanzenwelt verweilt.l) Das Ziel, dass sich Pechner in seinem Buche ״Nanna“ steckt, drückt er gelbst mit den Worten aus : ״Er wolle die Pflanzen in einer allgemeinen gottbeseelten Natur eines individuellen Anteils dieser Beseelung wieder teilhalt werden lassen ihnen eine eigene Seele beilegen, ihren Verkehr mit dem Lichte psychisch auslegen.“ Wie ist es denkbar, fragt Fechner, dass die Pflanzen, die doch leben, atmen, duften, blühen, sich fortpflanzen und Wunder der Schönheit entfalten, dies alles nur für andere tun und für sich selbst gar nichts bedeuten sollen? Sie müssen daher unbedingt auch eine Empfindung ihres Daseins haben und sei es auch ein noch so dunkles Gefühl. Es ist sehr leicht, Gegengründe geltend zu machen, dass wir bei den Menschen und Tieren aus ihren Aeusserungen auf t ine Seele schliessen können^ während die Pflanze in ihrem ganzen Organismus von uns so verschieden ist, dass wir sie nicht beseelt nennen können. Wir werden ebenso leicht auf die Grundunterschiede zwischen Tieren und Pflanzen hinweisen können, dass für die einen Fortbewegung im Raume, willkürliehe Bewegung der Glieder, Sinnesorgane, Gehirne und Nerven charakteristisch sind, während dies alles den Pflanzen fehlt. Das gilt doch aber nur von den höher entwickelten Gliedern im Pflanzen- und Tierreiche. In den untersten Stufen ist die Grenze bekanntlich so fliessend, dass wir oft zweifelhaft sind, ob wir diese Art der Fauna oder Flora zu weisen sollen. Nehmen b Vgl. zum Folgenden Kurd Lasswitz ״Fechner״ in Fromanns Klassikern der Philosophie Band 1. der die Fülle des toh Fechser in seinem Werke ״Nanna“ Gebotenen aut die Hanptargumente zurückführt.