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Jeschurun · 1924-09-01 · Heft 9-10 (September 1924) · p. Seite 474

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 9-10 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 474 (sequence 86)
Language
German
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474 Bücherbe 5p rech ungen Raw za befragen oder im שלחן ערוך sich zurecht zu finden, als dass dem עם הארץ und für diesen ist diese neue Ausgabe durch den מתרגם, die beigefügte Worterklärung, noch in höherem Masse bestimmt als die früheren ein solches Buch, in dem er selbst gewissermassen zum Talmudkundigen aufrückt, in die Hand zu geben. Sieht man aber von diesen Bedenken ab, so ist die Neuausgabe eine ausgezeichnete. Der Druck ist klar, jedwede Abkürzung ist unterblieben. Die Quellen aller zitierten Sehriftverse aus Talmud, Rischonim und Acharonim sind im מצודת ציון mit fast lückenloser Vollständigkeit angegeben und im מצודת דוד sind Ergänzungen in der Art des מסגרת שלחן (einer früheren Ausgäbe des קצור) und חדושי תורה, die auch den Lamden viel Neues bringen, gegeben. Auch der משנה ברורה vom חפץ חיים diesen geradezu einzigen Kommentar sehen wir benutzt und genannt In den Zeichnungen am Schluss des Buches hat es der Vf. verstanden, die Art des Anmachens der Zizzith, des Anlegens des Tallis und Tefillin der Verfertigung des Kescher au den Tefillin, der Befestigung der Mesusa so deutlich vorzuführen, dass hier sich jeder zurechtfiaden kann. Den ״Sabbat gürtel“ am Schluss hätten wir gern vermisst. Vgl. was darüber Jeschurun VII S. 485 gesagt ist. Wir sehen um dieser Vorzüge willen dem Erscheinen des zweiten Teils entgegen und jedem, der wirklich ״lernen“ kann ist die Anschaffung zu empfehlen. —g— Miscellen. I. Eine neuentdeckte Handschrift. Ueber eine Entdeckung von grösster Tragweite für die Geschichte der Juden Spaniens im 11. Jahrhundert berichtet D. S. Sassoon in Je wisch Chronicle Supplement, London, März 1924. Unter seinen Manuskripten fand er (M. S. Sasson Nr. 589) eine vielleicht vollständige Sammlung der — mit Ausnahme von etwa 100 Sentenzen aus Ben Mischle — nur aus der Literatur bekannten poetischen Werke des berühmten Nagid: Ben Tehillim, Ben Mischle, Ben Koheleth. Was uns Sassoon aus den 1S7 Gedichten des Ben Tehillim mitteilt, liess die Persönlichkeit des Nagid in ganz neuem Licht erscheinen. Von grosser Bedeutung dürften die Gedichte und ihre jeweiligen Einleitungen auch für die politische Geschichte der südspanischen Mauren im 11. Jahrhundert sein. Diese Gedichtssammlung ist von Joseph, dem ältesten Sohn und dem unglücklichen Nachfolger des jüdischen Ministers, angelegt und mit Einleitungen zu den einzelnen Gedichten versehen. Joseph begann die Sammlung im Alter von 8 Jahren und 6 Monaten nach Pessach des Jahres 4804 (— 1044). Das älteste Gedicht des R. Samuel ist aus dem Jahre 1020 das letzte aus dem Jahre 1056. Wir lernen aus den Bemerkungen Josephs seinen Vater als Heeresführer kennen, der bis kurz vor seinem Tode die Strapazen der zahlreichen Feldzüge des Granadischen Heeres mit den Soldaten teilte. Bewundernswert ist, wie R. Samuel mitten im Felde der jüdische Gelehrte blieb. Im Kampfe um Malaga von schwerer Kriegsnot bedroht,

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