Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1924-09-01 · Heft 9-10 (September 1924) · p. Seite 473

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 9-10 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 473 (sequence 85)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2292929-2293027-2293032--07248-2300530
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ßücherbesprechungen 473 ad maioreim gloriam des liberalen Christentum8 ersonnen ist, das wird dem unkundigen Leser als eine wahre, unumstössiich sichere Geschichte der jüdischen Literatur gegeben. Hier ist Wellhausen mehr als übertrumpft. Die radikalen Anschauungen, die ßernfeld übrigens in dieser Schärfe in seinen Aufsätzen im Haschiloach nicht vertreten hat und die in den Einleitungen zu den einzelnen Büchern in seiner Bibelübersetzung garnicht zum Ausdruck kommen, gehören nicht in ein Volksbuch, das diese ״jüdische Literatur“ sein soll. Schade, dass der sonst so verdiente Verlag ein Buch herausgegeben, vor dem man nur alle jüdischen Leser und vor allem Lehrer und Erzieher aufs eindringstliche warnen kann, dass sie nicht in die Hände derer gelegt werden, die über die jüdische Literatur wahrheitsgemäss unterrichtet sein wollen. לצור שלחן ערוך עם כללים נחוצים כר עם עיר דו־־ המייל מצודת ציון מצודת דוד המתרגם שער הציורים שיעורי המצוות לוח הקביעות נוסה שטרות כד מאתי דוד פעלרמאנן רב הקהל יראים בלייפציג. לייפציג—ניוייארק תרפי׳ד. Man kennt den Streit, der unter Führung des Rabed bei dem Versuch des Rambam sich erhob durch seine Mischne Thora die Halacha endgültig zu kodifizieren, ein Streit der unter Führung des Maharschal nicht minder gegen die Kodifizierung der Halacha durch den Schulchan Aruch ausgefochten wurde, wenn auch hier mit geringerem Erfolge. Es war die sehr begreifliche Furcht, dass das Studium der talmudischen Quellen und vor allem, die produktive Kraft, die Halacha weiter zu bilden, dadurch leiden könnte. Es ist keine Frage, dass diese Folgen zum Teil eingetreten sind. Diese Befürchtungen sind für die für die Masse gewissermassen bestimmte Werke wie חיי אדם חכמת אדם קצור ש׳יע nicht vorhanden. Aber eine andere besonders in der heutigen Zeit nicht abzuwehrende Befürchtung ist nicht abzuweisen. Der Typus des עם הארץ חסיד nimmt immer mehr zu, von LeuteD, die diese Werke (freilich kaum den חכמת אדם) notdürftig lesen können, und nun jeden Buchstaben hier für heilig ansehen und keine Vorstellung davon haben, dass auch heute noch die Halacha zum mindesten in dem Sinne in Flusse ist, dass eigentlich jede Frage, auch diejenige, die scheinbar בביעאהא בכותחא als erledigt gilt im Einzelfalle immer wieder von neuem aus den talmudischen Quellen, den Rischonim und Acharonim wieder geschaffen werden muss. Vor allem aber, dass es, genau genommen in vielen Fällen nicht um einen Einzel-Din geht, sondern um das Ausbalanzieren einander sich widerstrebender und gleichzeitig in Betracht kommender Dinim. Dazu kommt noch, dass der Kizzur Schulchan Aruch fast immer die erschwerende Ansicht bringt und nun mit dem Kizzur Schulchan Aruch in der Hand dieser עם הארץ Kritik übt an talmudisch geschulten יראים, sobald sie nicht auf seine Partei eingeschworen sind. Es ist also alles in allem viel mehr darauf zu sehen, dass wirklich ehrlich ״gelernt“ wird und die Lernenden dann sich gemüssigt sehen den 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.