Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 471 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherb esprechun gen 471 Hermann L Strack ur:d Paul Biilerbeck, Komm*«tar zum Neuen Te^ara nt 3u« Talmud und Midrasch, Baud II Das Evangelium nach Markus, Lukas und Johannes und die Apostelgeschichte, München 1924, C. H. Beck. Geh. 20BL, geh. 24 M. Es ist erfreulich, dass nun bereits der 2. Band dieses monumentalen Werkes erschienen ist. Hoffentlich sorgen alle, die ein Interesse für die rabbinische Literatur und den Fortschritt der neutestamentlichen Forschung haben, dafür, dass auch die übrigen Bände bald erscheinen können. Es ist zweckmässig, dass bereits in diesem 2. Bd. einige Exkurse geboten werden, die ursprünglich für den 4. Bd. bestimmt waren, so über die Memra Jv.’s, das Lanbhüttenfest, den Todestag Jesu. 285 Seiten umfassen allein die zum Johannesevangelium gesammelten rabbinischen Stoffe, ein Beweis, wie gerade dieses Evangelium eine jüdisch-rabbinische Seite hat! Die Anlage und Art im Einzelnen ist natürlich dieselbe wie in Bd. I. Das Sach- und Personen- Verzeichnis bezieht sich auf Bd. I und II. Was bisher über rabbinische Wundergeschichten geboten ist, ist noch wenig. Das Register weist dabei noch weniger von solchen Geschichten nach, als die Bände tatsächlich enthalten. Man erwartet einen Exkurs gerade über diese Stoffe. Hoffentlich bringen ihn die übrigen Bände. Erfreulich wäre auch, wenn Paul Billerbeck sich entschlösse, einen Exkurs über alle die mehr formalen Fragen, die Fragen der ,Formgeschichtea, beizufügen, die jetzt die neutestamentliche Wissen- Schaft lebhaft beschäftigen. Beim Johannesevangelium vermisse ich einen Hinweis auf Adolf Schiatter, Sprache und Heimat des 4. Evangelisten. Denkt man dem Thema ״Das Johannesevangelium und die Mechilta“ nach, so sieht man, dass Strack-Billerbeck nicht erschöpfend ist, dass auch diese reiche Fundgrube der Ergänzung bedarf, besonders auch in formgeschichtlicher Richtung. Schon bei der Anzeige des 1. Bandes hob ich hervor, dass die Benutzer dieses Werkes gut ton, am Urtext nachzuprüfen. Der Kenner sieht sofort, wo gekürzt und in der deutschen Form an unsere Art zu reden angeglichen ist. Ein solches Werk verlangt, trotz aller Belehrung, die es dem Unkundigen erteilt, kundige Benutzer. Ein kleines Beispiel: II, S. 571 wird? dem Sinne nach richtig, Kerithotk I, 7 Anfang übersetzt: ״Es trug sich einmal zu, dass“. Wer kundig ist, vermutet sofort, dass hier im Original stehen wird: v מעשה, d. h. wörtlich: ״Ein Ereignis, dass“. Es handelt sich also hier um eins der vielen als מעשה gekennzeichneten Stücke, um eine der Anekdoten, der Paradigmata, Beispielerzählungen, die formgeschichtlich für die Anekdoten der Evangelien besonders wichtig sind. Die Uebersetzung bei Strack-Billerbeck lässt das nicht ohne weiteres erkennen. Und so geht es häufig, da Strack-Billerbeck auf solche formalen Fragen nicht 80 eingestellt ist, wie auf den Inhalt. Noch folgende Kleinigkeit: in der eben angezogenen Geschichte steht bei Strack-Billerbeck: *Bei diesem Tempel!״, der Urtext hat: המעדן הזה, d. h. *bei dieser Wohnung!״ Inhaltlich übersetzt Strack- Billerbeck natürlich richtig. Wer aber auf die Feinheiten der Ausdrucks-