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Jeschurun · 1924-09-01 · Heft 9-10 (September 1924) · p. Seite 466

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 9-10 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 466 (sequence 78)
Language
German
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466 Rabbinische Formgeschichte aramäische Volkssprache, ferner das Gebetbuch (Siddur, Machzor). Was ergibt sich von hier aus für die neutestamentliche Formgeschichte, namentlich der Evangelien? Da das Christentum vor allem von der rabbinischen Halacha abrückte, ist von vornherein zu erwarten, dass das Neue Testament besonders ״haggadische“ Art an sich tragen wird. So ist denn tatsächlich nachgewiesen, dass die Gleichnisse und die Aussprüche Jesu bis in die Einzelheiten der Form hinein ihre nächsten und genausten Parallelen in den Gleichnissen und Aussprüchen der Rabbinen haben. Ebenso ist der Zusammenhang des Johannesevangeliums namentlich mit der Meehiita, einem Midrasch zum 2. Buche Mose, nachgewiesen. Die rabbinischen Anekdoten, Beleg- und Beispielerzählungen haben die engste Verwandschaft mit den Jesusanekdoten, auch hier wieder bis in die Einzelheiten der Form, der Begriffe, der Ausdrucks weise hinein. Das ist ja doch auch dadurch erklärlich, dass den im Neuen Testament griechisch vorliegenden Ueberlieferungen die ursprünglich hebräischaramäische mündliche Ueberlieferung zugrunde liegt und die rabbinische Literatur ja ebenfalls hebräisch-aramäisch verfasst ist. Am bequemsten würden wir die formgeschichtlichen Parallelen zwischen der rabbinischen Literatur und den Evangelien, ja zum ganzen Neuen Testament, sehen, wenn uns eine rabbinische Biographie erhalten wäre. Dass es in der rabbinischen Literatur in dieser Richtung nur zu Ansätzen gekommen ist, hat darin seinen Grund, dass den Rabbinen der einzelne Rabbi nicht so wichtig war wie den Christen Jesus oder den Chassidim der Baal Sehern und andere Zaädiqim« Natürlich ist, schon um der verwandten sprachlichen Grundlage willen, dann auch um der inhaltlichen Verwandtschaft willen^ auch der Vergleich der chassidischen Literatur mit dem Neuen Testament wichtig. Aber man darf hier nicht übertreiben. Man muss zunächst einmal nicht Bubers deutsche Texte, sondern die Originale heranziehen, ferner bedenken, dass das ״gelehrte״ Moment, der Midrasch, auch der Ritualismus in der chassidi-

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