Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 463 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
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Wandlungen der hebräischen Aussprache 463 schliessen. Weshalb aber bei den heutigen Erben dieser Ausspräche, den Jemeniten und den Samaritanern, das oxytone Prinzip verloren gegangen ist, obgleich Assimilation nicht vorlag, — weshalb es überhaupt herrschte, können wir heute nicht mehr feststellen; eine Aussage über dessen Priorität ist uns jedoch ebenso unmöglich. — Man beobachtet ja auch in den romanischen Sprachgebieten, so in denen des Französischen und Spanischen, ein solches Nebeneinander des oxytonen mit anderen Akzentuations- Prinzipien, ohne der einen von den Sprachen daraufhin ein be- 8timmtes Alter zusprechen zu wollen. Rabbinische Formgeschichte. Von Privatdozent Paul Fiebig in Leipzig. Die neutestamentliche Wissenschaft beschäftigt sich jetzt besonders mit #F0rmge8chichte“. Sie hat gelernt, nicht nur den im Neuen Testament gegebenen Inhalt, sondern auch Seine Formen zu untersuchen. Diese Untersuchungen stehen noch in den Anfängen. Es fehlt ihnen vor allem noch an wichtigem Vergleichsmaterial, ohne das kein solider Fortschritt möglich ist, namentlich dann nicht, wenn das Vergleichsmaterial selber noch nicht formgeschichtlich untersucht ist und nicht in genauem Wortlaut vorgelegt wird. Es ist nun an dieser Stelle unmöglich, derartiges, der rabbinischen Literatur zum Vergleich mit dem Neuen Testament entnommenes Material wörtlich darzubieten. Manches davon liegt bereits in meinen Schriften über die rabbinischen Gleichn i s s e (Tübingen, Mohr), Wundergeschichten (ebenda) und Aussprüche (Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht) vor. An dieser Stelle möchte ich lediglich eine Skizze der Formgeschichte der rabbinischen Literatur im Hinblick auf die neutestamentliche Formgeschichte bieten. 1. Auf den ersten Blick hat man von der rabbinischen Literatur, besonders von dem Talmud, den Eindruck eines ungeheuren Chaos. Es geht einem hiermit ähnlich wie mit