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Jeschurun · 1924-09-01 · Heft 9-10 (September 1924) · p. Seite 461

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 9-10 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 461 (sequence 73)
Language
German
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Wandlungen der hebräischen Anssprache 461 bechauraus, sondern beehaures; erster© Form kann in jüngstem Zeitalter aus Angleichung an sefardische Manier entstanden sein. Von dem, dieser Vermutung scheinbar wiedersprechenden Experiment des Chaurew war bereits in der ersten Abhandlung die Rede. Es ist nun vielleicht ferner erklärlich, dass auch die vielen Vokale, die bei den Sefardim zum langen T ä ausgeglichen erscheinen, im letztgenannten Systeme ganz verschiedenes Gesicht tragen, und zwar nach den Ländern verschieden. Im Westzweige (als Italien-Deutschland-Litauen), wo die Stammbetonung temperiert ist, hören wir T ö; — in Litauen ist es, wohl unter deutschbaltischer Einwirkung zu halblangem, offenem a geworden. Doch auch in Deutschland muss es früher, wie noch aus den süddeutsch-jüdischen Bezeichnungen ״Mischpache״ und ״Kahl״ zu ersehen, heller geklungen haben als das heutige ö. Bei den Ostaschkenasim ist die Stammbetonung zu einem Druckton verstärkt, sodass dort T ü hörbar wird; ein ähnlicher Vorgang vollzieht sich unter der Druckbetonung der schlesischen Mundart des Deutschen. Auch die Spirierung des Tav rafeh hängt mit der Stammbetonung zusammen; man vergleiche das englische th in the und in both. Im ersten Fall, vor dem Tone, steht es dem Verschlusslaute t, im letzteren, nach dem Tone, dem spirierten Laute s näher. In den meisten Sprachen, so auch den meisten Aussprachen des Hebräischen, ist der spezifische Lispellaut th verloren gegangen; im Sefardischen hat er sich, unter Einwirkung der betonten Pluralsilbe ות, in t, im Aschkenasischen, unter Einwirkung der unbetonten Pluralsilbe ni, die gleich e3 klingt, in s verwandelt. Die ostaschkenasische und die litauische Diphthongierung des o io o i hat zwei verschiedene Ursachen, die beide mit dem Temperieren der Stammbetonung indirekt zu tun haben. In Polen entsteht es aus dem schon in ältester, — wie in voriger Abhandlung erwähnt, schon in byzantinischer Zeit gleich dem griechischen ט gesprochenen Schurek und gewöhnlichem Patach (a 4־ ti aü äu oi), also ein regulär zerdehntes, diphthongisiertes ö; in Litauen ist das altniederrheinische ooe (Soest,

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