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Jeschurun · 1924-09-01 · Heft 9-10 (September 1924) · p. Seite 457

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 9-10 (September 1924)
Date
1924-09-01
Page
Seite 457 (sequence 69)
Language
German
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Wandlungen der hebräischen Aussprache 457 Wandlungen der hebräischen Aussprache. Von Dr. Benno Cohen, Berlin. Dass es nicht ״die korrekte״ Aussprache des Hebräischen in irgend einem Lande der Welt gibt oder gab, — einen Gedanken, der so selbstverständlich sein sollte, wie die Gleichberechtigung alles geschichtlich Gewordenen, — hatte eine frühere Abhandlung mithilfe der Idelsohnschen Tabellen und eigener Beobachtungen zu beleuchten versucht. Heute nun sollen einige Vermutungen aufgestellt werden, mit denen vielleicht etwas organischer Zusammenhang sich im Bau jeder einzelnen Aussprache erklären lässt. Wobei ausdrücklich betont wird, dass es sich nur um Vermutungen handelt. Zunächst muss selbstredend Kern und Schale gesondert werden. Es lässt sich nicht leugnen, dass bezüglich des vorhandenen Lautbestandes jede Aussprache völlig der Umgebung angeglichen ist. Als Beispiel sei die hiesige genannt, die ausser dem Zere und dem stimmlosen s des Anlauts keinen Laut besitzt, der nicht auch in der hiesigen Mundart des Deutschen vorhanden wäre. Die West-Sefardim verloren zu gleicher Zeit mit den Spaniern das w (also ahabah, geburah wie Cordoba); die Jemeniten besitzen den ganzen reichen Konsonantenschatz Arabiens, ohne allerdings dessen Vokal-Armut übernommen zu haben; gerade in Holland besitzen die Sef. das spirierte g, gerade Erez-Israel das scharfe Glottis-Ajin. Der Bestand an Lauten scheint eben Eigenschaft nicht der Völker, sondern der Länder zu sein, vielleicht des Klimas. Wollte man nun von jeder Spielart einer Aussprache die Eigenheiten, die aus der nichtjüdischen Umgebung stammen, abziehen, so würde man vielleicht auf eine Anzahl von Ausspräche gruppen zurückgelangen; in jeder dieser Gruppen würden deutlich erkennbare gemeinsame Merkmale aller Glieder oder Spielarten erkennbar werden. Es war in voriger Abhandlung an erster Stelle von der aschkenasischen Aussprache die Rede. Es hatte sich gezeigt, dass in allen ihren Abarten 5

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