Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 441 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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UntersuchuDgen über die Entwicklung usw. 441 Das Schreiben der Thora- und Bibelexemplare war jedoch nicht auf die Berufsklasse der Soferim beschränkt, sondern sie wurden von Männern verschiedenster Berufe geschrieben. Vor allem Thorarollen sich selbst zu schreiben oder schreiben zu lassen, gilt nach der Lehre des Talmuds als ein besonderes Verdienst. ״Wer eine Thorarolle sich schreibt, dem wird es angerechnet, wie wenn er selbst die Thora am Sinai empfangen hätte״ כתבו [ספר תורה] מעלה עליו הכתוב כאילו קיבלו מהר סיד ..... (Menachot 30a). Auch derjenige, welcher eine Thorarolle geerbt hat, ist verpflichtet, sich eine solche zu schreiben (Sanhedrin 21b) אף על פי שהניחו לו אבותיו לאדם ספר תורה מצוד. לכתוב משלו שנאמר ועתה Dt 31,19 כתבו לכם את השירה. Diese Pflicht Thorarollen zu schreiben, erfüllten natürlich auch die Grössten Israels. R. Huna hat siebzig (nach anderer Lesart sieben)* 3) Thorarollen geschrieben (Baba Batra 14 a). Für die spätere Zeit finden sich vielfach Beweise in der Massoraliteratur. Wie der Midrasch rabba zu Gn 3, 21 von תורתו של ר׳ מאיר spricht, so werden hier Thora- und Bibelexemplare erwähnt, welche sich an die Namen sehr berühmter Männer knüpfen, z. B. das oben § 9 erwähnte ספר דר׳ גרשם (cf. Bruns im ״Repertorium f. b. u. m. Literatur“ XIIS. 277), ספר דר׳ מנחם (cfc Bruns S. 266, 270, 271,278), ספר דר׳ מאיר (cf. Bruns S. 270, 277, 278). Solche Werke gemessen besondere Autorität und werden von den Massoreten vielfach herangezogen, um die Richtigkeit zweifelhafter Bibelstellen zu eruieren. Neben den Schreibern haben die Korrektoren (מדהים) gewirkt4). In ihrer Hand lag es, eine möglichst einheitliche Ueberlieferung des Bibeltextes sicherzustellen. Der Talmud erkennt ihnen deshalb eine ausserordentlich hohe Bedeutung zu. Er hält sie z. B. für berechtigt, Gehalt aus dem Besitztum des Heiligtums zu empfangen מגיהי ספרים שבירושלם היו נוטלין שכרם מתרומת 5) Die Talmudhandschriften Oxford, Rom, Florenz lesen ״sieben׳". Cf. Dikduke Soferim z. St. 4) Noch heute gibt es bei den Juden im Osten besondere Korrektoren, deren Geschicklichkeit und berufliche Tätigkeit darin besteht, Fehler aus den Thorarollen möglichst restlos zu beseitigen. 4