Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 438 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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438 Gegenbemerkung Ausspruch des R. Simon b. Gamliel and dem des Eleasar; es ist gut, davon Kenntnis zu nehmen, da neuerdings die Nuance des Aboth־ Verses gern verwischt und so leicht (schiefe) Parallelen zu ihr gezogen werden (S. eine so falsche Zusammenstellung bei Kaminka in seiner hebr. Uebersetzung des Marc Aurel S. XVI). 2). Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch zu einer kleinen Bemerkung in dem so reichhaltigen und gründlichen Aufsatz Dr. Kleins meine Zweifel zum Ausdruck bringen. Die Bemerkung betrifft die Transkriptfon des כמר עכו durch Josephus; im b. II, 20, 6 § 573 lesen wir Kacpapsx/cb, darin sieht KL mit Recht die dem hebräischen Namen entsprechendste Umschreibung; im V. 37 § 188 schreibt dagegen Josephus Kacpapaoxarr^Os: da es *u עכו die Variante עבוס gibt, folgert Kl. (S. 232, 6) ist als griechische Endung durch Josephus hinzugefügt, ft ist in der Mitte zu streichen*. Das dürfte doch wohl nicht gehen; das ft zeigen alle Handschriften des Josephus; es liegt in der ganzen Stelle eine Korruptel vor; ich denke mir aber den Sachverhalt so: in xcduloc muss etwas wie xa>a7־-D0rf stecken, sei es nun, dass Josephus das כפר in griechischer Uebersetzung nachfügen wollte (wie er כפר קנה (Klein Beiträge S. 07) in b. 1. 4, 7 § 102 oder a.j 13, 51 § 391 durch xavaxxcbp^ widergibt;, sei es, dass der folgende Ortsname eigentlich mit xo>jjl7j beginnen sollte, aber von einem Schreiber irrtümlich in x<oao? verändert wurde, da es danach acoyavr^ heisst (statt /0>117ר hat der Schreiber xwjxogo yavyj geschrieben). Das ft am Ende aber ist gerade ein Beweis dafür, dass Josephus nur den Namen עכו gekannt hat; wir finden zwar ein ft am Ende eines Wortes bei Josephus selten, aber stets dann, wenn ein au der schliessende Laut des hebräischen Namens ist, so gibt Josephus (anders als die LXX, die stets <l)apau> schreiben) den Namsn פרעה mit oder 0apad)ft wieder; daher muss das ft in der vita Stelle bleiben, eher ist an einen Ausfall innerhalb des Wortes zu denken und wohl xacpapa/coft zu lesen. Gegenbemerkung. Zu den Ausführungen von Dr. Posner gestatte ich mir zu bemerken: ad 1) Die von Posner gegebene Uebersetzung der Josephus-Stelle ist wohl die einzig richtige*), doch kann ich seiner Interpretierung nicht beipflichten und daher den ״recht grossen Unterschied zwischen dem Aus־ Spruch des R. Simon b*Gamliel und dem des Eleasar* nicht anerkennen. Denn sagt auch Eleasar: man müsse nicht erst das Gesetz lesen, sondern *) Aehnlich gibt auch Brüll, Jahrbücher I, 73 die Stelle: .. . ״früher das zu halten, was in derselben (nämlich der Bibel) geschrieben stehe* wieder. Brüll betont auch richtig, dass Eleasar ״ein galiläischer Gesetzeskundiger1‘ (~avu 1!cspi ׳ca -dxpta ovxmv dxp1ß7js sivat), also keinesweges ein ״einfacher“ Jude war, wie Kaminka oben schrieb.