Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1924)
- Date
- 1924-09-01
- Page
- Seite 426 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Isaiah 1× ep/1005097
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426 Der Selbständigkeitsgrad usw. in ihrem מ Hohenlied©a nach meiner Ueberzeugung wenigstens eine Art von Singspiel mit abwechselnden Szenen besitzen. Und wie dürfte in diesem Zusammenhang es unterlassen werden, auch der Redekunst zu gedenken, die im hebräisehen Schrifttum entfaltet worden ist? Nicht ohne guten Grund ist ja schon längst Jesaja der Demosthenes der Hebräer genannt worden1). Seine bildlichen Bezeichnungen sind in der Tat von grossartig malerischer Pracht. Man denke nur z. B. an seine Verwendung von Finsternis und Licht als Metaphern für Unheil und Heil! Seine Antithesen sind schlagend2), und seine Tonmalerei glänzend, wie z. B. in ״Ich wartete auf Gerechtigkeit, aber siehe da: Schlechtigkeit,״ wie man 5,7 nachahmen könnte. Wo aber sind in der babylonisch-assyrischen Literatur die Seitenstücke zu den an Eleganz der Wortwahl und an Kraft der Gedankenausprägung hochstehenden, auch wohldisponierten Reden der israelitischen Sprecher? Sie werden dort umsonst gesucht. Die Aussagen der Keilschriftliteratur, welche die Zukunft aufhellen sollen, bestehen überraschenderweise zum grossen Teil aus blossen Anfragen, aber auch wo die Antworten folgen, sind sie stets kurz und unbestimmt gehalten, wie man immer wieder aus jeder neuen Sammlung ersehen kann3). Endlich ist auch die Kunst der hebräischen Ge- Schichtsschreibung noch mit einem Worte zu erwähnen, obgleich sie vor kurzem hier in dieser Zeitschrift (XI, S. 169ff.) durch die Vergleichung mit der Geschichtsliteratur anderer altorientalischer Völker ins Licht gestellt worden ist. Zu ihrer gerechten Würdigung ist hier wenigstens noch dies hinzuzufügen. Welche plastischen und von lebendigem Gefühl durchwogten Gemälde treten in mancher Partie dieser Geschichtsbücher vor unser Auge! Wer denkt nicht z. B. an die Erzählung vom Zuge des Brautwerbers für Isaak nach Mesopotamien (1. Mos. 24), oder an die durch ihren Farbenreichtum ergreifenden Bilder von Von Hieronymus in einer Vorrede zu seiner Jesajaerklärung. 2) M tdchath jophi ״Brandmal an Stelle von Schönheit“ (3. 24 usw.), s) z. B. bei Lehmann-Haas. Textbuch der Religionsgeschichte (1922), S. 283 f. usw.